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Touristen lieben Berlin trotz des kalten Winters
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.
Touristen lieben Berlin trotz des kalten Winters
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat.
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]

 
Termin für 61. Berlinale steht fest
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 
Echo-Verleihung: Neue Könige gesucht
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance".
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance". Das war vor sieben Jahren, kurz vor dem Irakkrieg, Robbie Williams wollte mit seiner Showeinlage ein Zeichen setzen.

Diesmal will er nur singen. Und sich nach Möglichkeit anschließend gleich noch eine Auszeichnung abholen, in der Kategorie „bester internationaler Popkünstler“ ist er haushoher Favorit. Ansonsten könnte die 19. Echo-Verleihung am heutigen Donnerstagabend auf dem Messegelände für Überraschungen gut sein: Neben den Auftritten von Robbie Williams und Rihanna kündigte der Veranstalter kurzfristig die Teilnahme von US-Sängerin Ke$ha an, die mit „Tik Tok“ gerade auf Platz eins der deutschen Charts steht. Ke$ha, die eigentlich Kesha Rose Sebert heißt, fiel erst kürzlich bei der Verleihung eines Schweizer Musikpreises durch die Ankündigung auf, einem der Preisträger auf der Aftershowparty „in den Hintern beißen“ zu wollen. Passiert ist aber nichts.

Rund 4000 Zuschauer dürfen sich die Show heute live unterm Funkturm angucken, alle anderen können die Verleihung im Fernsehen verfolgen, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr. Auch Xavier Naidoo, Jan Delay und Gossip werden im Showprogramm auftreten. Besonders spannend wird die Entscheidung in der Kategorie „bestes Album des Jahres“, die zwischen Peter Fox, Lady Gaga, Depeche Mode und Rammstein fallen wird.

Disqualifiziert wurde Michael Jackson. Nach den Verkaufszahlen – und die sind für eine Echo-Nominierung entscheidend – hätte seine postum veröffentlichte Hit-Sammlung „King of Pop“ nämlich in die engere Auswahl kommen müssen. Den Regularien entsprechend muss der Interpret allerdings leben, um Aussicht auf einen Echo zu haben, heißt es. Trotzdem soll Jackson heute Abend gedacht werden – wie genau, wird ebenso geheim gehalten wie Details des Auftritts der Berliner Band Ich & Ich, der gestern bei einer Gala im Grill Royal vorab ein Echo als bestes Produzententeam zugesprochen wurde. Sänger Adel Tawil mag „nichts verraten, aber man wird uns hören wie noch nie“. Zudem könne es recht eng werden auf der Bühne, sagt er. Vielleicht wird Tawil von einem Kinderchor begleitet. Vielleicht von einem ganzen Orchester. Möglich auch, dass es zu einem Allstar-Auftritt aller anwesenden Künstler kommt, das gab es schon mehrfach beim Echo, zum Beispiel 1992, als die Scorpions sämtliche Musiker des Abends auf die Bühne baten und dann Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam „Wind of Change“ singen mussten.

Westernhagen ist auch heute wieder nominiert, in der Kategorie „bester nationaler Künstler“ hat er allerdings einen sehr schweren Stand gegen Peter Maffay. Der trägt am Abend ein Medley seiner größten Hits vor, von „Du“ bis „Über sieben Brücken musst Du gehen“.

Und noch ein Star hat sich kurzfristig für die Echo-Verleihung angemeldet. Allerdings möchte der weder singen noch Preise annehmen: Hollywood-Schauspieler Val Kilmer ließ am Dienstag telefonisch bei den Veranstaltern anfragen, ob diese nicht noch einen Platz im Publikum bereitstellen könnten – dann würde er nämlich spontan nach Berlin fliegen, er sei sowieso gerade wegen Dreharbeiten in Paris. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie können.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 

 
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]

 
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance". Das war vor sieben Jahren, kurz vor dem Irakkrieg, Robbie Williams wollte mit seiner Showeinlage ein Zeichen setzen.

Diesmal will er nur singen. Und sich nach Möglichkeit anschließend gleich noch eine Auszeichnung abholen, in der Kategorie „bester internationaler Popkünstler“ ist er haushoher Favorit. Ansonsten könnte die 19. Echo-Verleihung am heutigen Donnerstagabend auf dem Messegelände für Überraschungen gut sein: Neben den Auftritten von Robbie Williams und Rihanna kündigte der Veranstalter kurzfristig die Teilnahme von US-Sängerin Ke$ha an, die mit „Tik Tok“ gerade auf Platz eins der deutschen Charts steht. Ke$ha, die eigentlich Kesha Rose Sebert heißt, fiel erst kürzlich bei der Verleihung eines Schweizer Musikpreises durch die Ankündigung auf, einem der Preisträger auf der Aftershowparty „in den Hintern beißen“ zu wollen. Passiert ist aber nichts.

Rund 4000 Zuschauer dürfen sich die Show heute live unterm Funkturm angucken, alle anderen können die Verleihung im Fernsehen verfolgen, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr. Auch Xavier Naidoo, Jan Delay und Gossip werden im Showprogramm auftreten. Besonders spannend wird die Entscheidung in der Kategorie „bestes Album des Jahres“, die zwischen Peter Fox, Lady Gaga, Depeche Mode und Rammstein fallen wird.

Disqualifiziert wurde Michael Jackson. Nach den Verkaufszahlen – und die sind für eine Echo-Nominierung entscheidend – hätte seine postum veröffentlichte Hit-Sammlung „King of Pop“ nämlich in die engere Auswahl kommen müssen. Den Regularien entsprechend muss der Interpret allerdings leben, um Aussicht auf einen Echo zu haben, heißt es. Trotzdem soll Jackson heute Abend gedacht werden – wie genau, wird ebenso geheim gehalten wie Details des Auftritts der Berliner Band Ich & Ich, der gestern bei einer Gala im Grill Royal vorab ein Echo als bestes Produzententeam zugesprochen wurde. Sänger Adel Tawil mag „nichts verraten, aber man wird uns hören wie noch nie“. Zudem könne es recht eng werden auf der Bühne, sagt er. Vielleicht wird Tawil von einem Kinderchor begleitet. Vielleicht von einem ganzen Orchester. Möglich auch, dass es zu einem Allstar-Auftritt aller anwesenden Künstler kommt, das gab es schon mehrfach beim Echo, zum Beispiel 1992, als die Scorpions sämtliche Musiker des Abends auf die Bühne baten und dann Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam „Wind of Change“ singen mussten.

Westernhagen ist auch heute wieder nominiert, in der Kategorie „bester nationaler Künstler“ hat er allerdings einen sehr schweren Stand gegen Peter Maffay. Der trägt am Abend ein Medley seiner größten Hits vor, von „Du“ bis „Über sieben Brücken musst Du gehen“.

Und noch ein Star hat sich kurzfristig für die Echo-Verleihung angemeldet. Allerdings möchte der weder singen noch Preise annehmen: Hollywood-Schauspieler Val Kilmer ließ am Dienstag telefonisch bei den Veranstaltern anfragen, ob diese nicht noch einen Platz im Publikum bereitstellen könnten – dann würde er nämlich spontan nach Berlin fliegen, er sei sowieso gerade wegen Dreharbeiten in Paris. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie können.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
In der Steglitzer Schloßstraße

Die Sportfachhandelskette Sport-Scheck will im September ihre erste Berliner Filiale an der Schloßstraße 20 in Steglitz eröffnen. Der Neubau soll 4500 Quadratmeter Fläche in vier Etagen und 70 Arbeitsplätze bieten. Im abgerissenen alten Eckhaus hatte Woolworth residiert.

Der Tagesspiegel, [03.03.2010]

 
Die BSR ruft noch 350 Arbeitslose mehr zum Kehrdienst – und will auch Bürgern beim Frühjahrsputz helfen

Große Herausforderungen verlangen außergewöhnliche Taten. Deshalb rekrutiert die BSR über die Arbeitsagentur weitere Helfer, um die Stadt von den Unmengen Dreck und Splitt zu befreien. Zusätzlich zu den 1000 ohnehin verpflichteten Winterdienstkräften und den wegen der Glätte angeforderten 650 Helfern stehen nach Auskunft von BSR-Vorstandschefin Vera Gäde-Butzlaff weitere 350 Arbeitslose bereit, so dass – BSR-Beschäftigte inklusive – ab sofort 3600 Einsatzkräfte zum großen Reinemachen ausrücken können. Angefangen wird in der Innenstadt, aber in den vier Wochen bis Ostern will die BSR die Stadt wieder in einen halbwegs ansehnlichen Zustand bringen.

Um schneller voranzukommen, plant die BSR auch zwei „Aktions-Sonnabende“, wie es sie sonst nur zum Laubfall im Herbst gibt. Am 13. und am 20. März sollen dann auch rund 600 Kollegen helfen, die nicht bei der Straßenreinigung arbeiten. Vom 26. März an will die BSR dann auch durch die Außenbezirke fahren und das bis dahin aufgehäufte Streugut aufsammeln. Die BSR empfiehlt Anliegern, die sich selbst kümmern wollen, den Splitt bis dahin zu Bergen zusammenzufegen. Kleine Mengen dürfen auch in die Hausmülltonne geworfen werden, solange die dadurch nicht übermäßig schwer wird.

Nachdem er sich in den Wochen der Glätte durch Ignoranz und flapsige Bemerkungen bei vielen Berlinern unbeliebt gemacht hatte, nimmt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Frühjahrsputz demonstrativ ernst: Bereits am frühen Dienstagmorgen dankte er den rund 200 versammelten BSR-Leuten auf dem Betriebshof Forckenbeckstraße für ihren Wintereinsatz. Nach der wöchentlichen Senatssitzung präsentierte er gemeinsam mit Gäde- Butzlaff den Aktionsplan und bat um Verständnis, dass die Arbeit „nicht von heute auf morgen erledigt sein kann“. Die Frage, warum das Thema seiner persönlichen Fürsorge bedürfe, beantwortete er mit Verweis auf die enormen Kosten des Landes durch den Winter: Zum vor einer Woche beschlossenen, 25 Millionen Euro teuren Anti-Schlagloch-Programm komme jetzt die fast ebenso große Finanzierungslücke der BSR, die über den Landeshaushalt ausgeglichen werden müsse. Woher das Geld kommen soll, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt. Ein noch größerer Personalaufwand für den Frühjahrsputz würde laut Wowereit entweder weitere Steuergelder kosten oder höhere Reinigungsgebühren bedeuten.

Nach Auskunft von Gäde-Butzlaff kostet der schneereiche Winter die BSR knapp 35 Millionen Euro und damit fast doppelt so viel wie die eingeplanten 18,3 Millionen. Allein die 2000 Hilfskräfte schlügen mit 270 000 Euro pro Tag zu Buche. Weitere Kosten kommen auf die BSR zu, weil sie erklärtermaßen auch Anlieger unterstützen will, die sich in Gruppen beispielsweise einen Platz in ihrer Wohngegend vornehmen wollen.

Politisch erledigt ist das Thema Winter mit Wowereits Aufbruchssignal allerdings noch nicht: An diesem Mittwoch will Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) gemeinsam mit der BSR-Chefin erklären, wie wochenlanges flächendeckendes Glatteis künftig vermieden werden soll. Nach Auskunft von Wowereit ist die in Berlin übliche Möglichkeit, dass Anlieger ihre Haftung für Glätteunfälle an beauftragte Winterdienstfirmen delegieren können, bundesweit die Ausnahme. Damit sind die Anlieger zwar formal ihre Verpflichtung los, aber in der Praxis ist wegen der offenkundig oft überforderten Winterdienstfirmen nichts gewonnen. Die Techniker-Krankenkasse meldet allein aus dem Januar 3200 Unfälle ihrer Versicherten in Berlin. Im ebenfalls frostigen Januar 2009 seien es 400 Unfälle weniger gewesen. Nun prüfe die Krankenkasse Regressforderungen.

Die Männer in Orange haben nach Auskunft der BSR-Chefin bisher rund 430 000 Winterdienst-Einsatzstunden geleistet. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre liege bei 90 000 Stunden. Viele hätten seit Weihnachten kaum einen freien Tag gehabt.

Der Tagesspiegel, [03.03.2010]

 
Wegen Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr will sich das Unternehmen mit einer erneuten Aktion bei seinen Fahrgästen entschuldigen

Seit mehr als einem Jahr leiden die Berliner und Berlin-Besucher unter dem S-Bahn-Chaos. Ausgefallende Züge, Verspätungen sind für viele fast schon Normalität. Überfüllte Züge sowieso. Nun hat sich das Unternehmen zu einem erneuten Wiedergutmachungspaket durchgerungen:

Alle Inhaber von Jahreskarten, Abonnements und Firmentickets, die in den Berliner Tarifbereichen Berlin AB, Berlin BC oder Berlin ABC gelten, fahren im November und Dezember kostenlos. Kunden, die ihre Jahreskarte bar bezahlt haben, können sich den anteiligen Betrag bereits ab 1. April an S-Bahn- und BVG-Schaltern auszahlen lassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Jahreskarten, die ab dann erworben werden, sind entsprechend preisreduziert.

Zwei Wochen für Besitzer gleitender Monatskarten

Die zweimonatige Freifahrtregelung gelte auch für Studenten der Universitäten in Berlin, Potsdam und Wildau, die über ein Semesterticket verfügten, erklärte ein Bahnsprecher Tagesspiegel Online. Jeder Student erhalte den anteiligen Betrag des Semestertickets zurück. Wie das Geld seinen Weg zu seinem Besitzer findet, sei jedoch von Universität zu Universität unterschiedlich. Nutzer von kalendergebundenen Monatskarten und des Berlin-Tickets S (Sozialticket) sollen für zwei Monate eine Barerstattung von jeweils 15 Euro erhalten, also insgesamt 30 Euro. Für Kunden mit gleitenden Monatskarten verlängert die S-Bahn Berlin die Gültigkeit für im November beginnende Karten um zwei Wochen. Fahrgästen, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, bietet die S-Bahn Berlin an allen acht Wochenenden im November und Dezember die Möglichkeit, ihren Einzelfahrausweis für die Berliner Tarifbereiche Berlin AB, Berlin BC und Berlin ABC als Tageskarte zu benutzen. Aber Vorsicht: Bei der letzten Aktion im Dezember 2009 galten Anschlussfahrscheine für die Zonen C bzw. A nicht den ganzen Tag, sondern wie üblich zwei Stunden nachdem abgestempelt wurden. Auf Kulanz der Kontrolleure sollten die Fahrgäste nicht hoffen.

70 Millionen Euro sollen die Berliner versöhnen

Rüdiger Grube, der Vorsitzende der Deutschen Bahn, kündigte das Wiedergutmachungspaket nach seinem Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit am Donnerstag an. Insgesamt will das Unternehmen 70 Millionen Euro investieren, um das Ansehen bei den Berlinern wieder zu stärken.

Für die Auswahl von November und Dezember als Entschädigungszeitraum sprechen verschiedene Gründe, erläutert Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn: „Die organisatorische Vorbereitung der Maßnahme dauert mehrere Monate, da umfassende Absprachen mit den Mitgliedsunternehmen im VBB getroffen werden müssen. In der Sommerzeit ist die Umsetzung nicht sinnvoll, da viele Berliner verreisen. Herbst und Vorweihnachtszeit sind hingegen Monate, in denen viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.“ Der VBB trägt diese Entscheidung mit.

Wowereit: Nachverhandlungen noch nicht abgeschlossen

Die Nachverhandlungen zwischen Senat und Deutscher Bahn über den bis 2017 laufenden S-Bahn-Vertrag sind unterdessen noch nicht abgeschlossen. Das sagte Klaus Wowereit am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Ziel sei, die Gespräche noch im Februar zu beenden. Sollte dies nicht möglich sein, werde er sich erneut persönlich einschalten und mit Bahn-Chef Rüdiger Grube nach einer Lösung suchen, sagte Wowereit. Ungeachtet dessen werde der Senat weiterhin die Zuwendungen an die S-Bahn kürzen, solange es nur ein eingeschränktes Verkehrsangebot gebe. Ein anderes Druckmittel habe die Landesregierung vorerst nicht, weil Verträge gelten. Erst nach dessen Auslaufen könnte ein Teil des Netzes ausgeschrieben werden. Diese Möglichkeit halte sich der Senat offen.

Der Tagesspiegel, [25.02.2010]

 
Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise hat Berlin im vergangenen Jahr deutlich mehr Gäste angelockt. Mit 8,3 Millionen Besuchern und 18,87 Millionen Übernachtungen sei es das beste Tourismusjahr aller Zeiten gewesen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwoch. Das entspreche einem Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen.

Berlin zähle damit zu den großen Gewinnern im Städte-Tourismus, fügte Wowereit hinzu. Kaum eine andere Metropole könne selbst in Krisenzeiten eine Steigerung der Besucherzahlen verzeichnen. Zwar sei 2009 mit der Leichtathletik-WM und dem Mauerfall-Jubiläum ein besonderes Jahr gewesen, doch mit dem Tourismuskonzept des Senats würden die großen Potenziale Berlins auch dauerhaft gestärkt.

Die Hauptstadt habe einen „Magnetismus“ entwickelt, betonte der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Burkhard Kieker. Die Welt sehe Berlin längst als große Metropole, 2009 gab es im siebten Jahr in Folge eine Steigerung der Gästezahlen.

Demnach reisten 5,4 Millionen Besucher aus dem Inland an die Spree, wo sie 11,4 Millionen Nächte verbrachten - ein Zuwachs von 4,5 Prozent bei den Ankünften und von 6,4 Prozent bei den Übernachtungen.  Aus dem Ausland kamen mit 2,88 Millionen Besuchern 4,6 Prozent mehr internationale Touristen als im Vorjahr. Sie sorgten für 7,5 Millionen Übernachtungen - ein Anstieg um 5,9 Prozent. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden.

Das Bettenangebot stieg um 10,1 Prozent. Im Dezember standen den Berlinbesuchern 109 700 Betten in 726 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung.

Der Tourismus habe sich zum tragenden Wirtschaftsfaktor der Hauptstadt entwickelt, heißt es im Jahresbericht der Berlin Tourismus Marketing GmbH: Umgerechnet 232.300 Berliner leben demnach von Einkünften aus der Tourismusbranche, bei einem Bruttojahresumsatz von 8,99 Milliarden Euro flössen 1,85 Milliarden Euro in die Steuertöpfe von Bund und Land.

Der Tagesspiegel, [24.02.2010]

 

 
Neue Galerieausstellung im Botanischen Museum Berlin-Dahlem

Erstmals stellt ein internationales Forscherteam der Universität Greifswald (Deutschland) und der Freien Universität Bozen (Italien) anhand von Fotos ihre langjährigen landschaftsökologischen Arbeiten in der extremen und reizvollen Natur- und Kulturlandschaft NW-Chinas vor. Ökosysteme mit ihrer spezifisch angepassten Flora und Vegetation und deren natürlicher Dynamik, aber auch die kulturelle Vielfalt werden veranschaulicht. Die Fotos werden durch Bücher und ethnographische Exponate der Region ergänzt. Die Ausstellung ist vom 4. März bis 13. Juni 2010 im Botanischen Museum Berlin-Dahlem zu sehen.

Entlang der Seidenstraße, die über Jahrhunderte einer der bedeutendsten Handelswege zwischen Ostasien und Europa darstellte, reihten sich einst prächtige und reiche Oasenstädte aneinander. Auch bei uns berühmte Oasen der Seidenstraße sind Turfan, Kaschgar, Kucha und Hotan. Heute ist die Region von politischen und sozioökonomischen Umwälzungen und ganz besonders vom weltweiten Klimawandel betroffen.

In einer der trockensten Regionen der Erde hängt das Leben ganz wesentlich vom kontinuierlichen Angebot und der nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser ab. Diese Ausstellung ist ein Beitrag für das von der UNESCO initiierte Internationale Jahr der biologischen Vielfalt 2010. Sie erfolgt in Kooperation mit der Universität Greifswald (Deutschland) und der Freien Universität Bozen (Italien).

Pappeln und Schilf im Wüstensand - Landschaftsökologische Forschungen an der Seidenstraße in Zentralasien Galerieausstellung im Botanischen Museum Berlin-Dahlem
Ort: Botanisches Museum Berlin-Dahlem
Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin
Dauer: 4. März bis 13. Juni 2010, täglich von 10 bis 18 Uhr
Eintritt: Erwachsene 2,50 €, ermäßigt 1,50 € (beim Garteneintritt 6 €, erm. 3 € ist der Museumseintritt inklusive)

Fotos: Stefan Zerbe / Niels Thevs

 
Ein Berliner Wahrzeichen, der Bierpinsel, wird zur Leinwand

Seit Jahren schläft mitten in Berlin ein Riese, die Farbe verblasst und die einzigartige Architektur verschwindet langsam im tristen Stadtbild. 2010 wird das Wahrzeichen wachgeküsst!

Der Riese bringt eine besondere Herausforderung mit sich: Er ist 46 Meter hoch, von bislang roter Farbe und ein Symbol der futuristisch anmutenden Architektur der 1970er Jahre. Gebaut wurde der Turm mit dem aufgesetzten Mehreck (plus Treppenturm) zwischen 1972 und 1976 nach Plänen der Architekten Ralph Schüler und Ursulina Schüler-Witte, die auch das bekannte ICC entwarfen. Seither wird das Gebäude immer wieder von Architekten aus der ganzen Welt studiert.

Im Frühjahr 2010 wird ein ganz besonderes Kunstprojekt europaweit für viel Diskussionsstoff sorgen: Es entsteht die spektakulärste Open-Air-Galerie Europas. Vierzig Meter über den Dächern von Berlin, schreiben die weltweit bekannten Street-Art-Künstler Honet (Frankreich), Flying Förtress (Deutschland), KR Costello (USA) und Sozyone (Spanien) ein neues Kapitel der Geschichte der Kunst im öffentlichen Raum. Das Projekt steht unter der Leitung der Kuratoren Tornow, Grau und Link (Vicious Gallery).

Dokumentiert wird das Werk am Berliner Wahrzeichen Bierpinsel von Szenefotograf JUST, seine Arbeit erscheint als Kunstbuch im Jaron Verlag.

Mehr Informationen und den Trailer zum Projekt finden Sie unter www.turmkunst.de

Termine:

Am 1. April 2010 geht es los. Die Künstler arbeiten bis zum 15. Mai 2010 an dem Turm.

Am 16. Mai wird die Schloßstraße im Rahmen der Wissenschaftsmeile zur Fußgängerzone.

 
Aktion vom 3.2. bis zum 6.3.2010

Für je 5 Euro Einkaufswert erhalten Sie im Zeitraum vom 3.2. bis zum 6.3.2010 an unseren Kassen einen Blumen-Aufkleber. Kleben Sie diesen in die dafür vorgesehenen Felder im Sammelheft. Für jedes komplett beklebte Sammelheft wartet bis einschließlich 20.3.2010 eine schöne Überraschung auf Sie. Bei Ihrem nächsten Einkauf werden Ihnen 10 Euro an unseren Kassen vergütet.

Viel Spaß bei Ihrem Einkauf, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 
BVG-Vorstandschef Sturmowski will die Preise für Einzelfahrscheine erhöhen – der Termin ist aber ungewiss

Bei Fahrten mit Bahnen und Bussen soll der Einzelfahrschein teurer werden, der derzeit innerhalb der Stadt (Tarifgebiet AB) 2,10 Euro kostet. Der Preis ist seit August 2005 unverändert geblieben. Preise für Abonnements könnten dagegen nach den Planspielen unverändert bleiben. Wann die Tariferhöhung kommen wird, ist allerdings unklar. Der Ende Oktober ausscheidende BVG-Chef Andreas Sturmowski würde die Preise am liebsten zum Fahrplanwechsel im Dezember in die Höhe schnellen sehen, was der Senat und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) jedoch nach wie vor ablehnen. Nicht geäußert hat sich bislang der BVG-Aufsichtsratschef, Finanzsenator Ulrich Nußbaum. Dieser hatte bereits vor einem Jahr eine Preiserhöhung gefordert. Zuletzt waren die Preise 2008 gestiegen.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wies gestern darauf hin, dass mit den Verkehrsunternehmen im VBB vereinbart worden sei, dass sie Anfang 2011 ihre Pläne zu den künftigen Tarifen vorlegen sollen. Danach werde man sehen, ob eine Tariferhöhung erforderlich sei. Da diese nach Angaben von Sturmowski fünf bis sechs Monate Vorbereitungszeit erfordert, würden bei einer Entscheidung für Tariferhöhungen die Preise fast unmittelbar vor den Wahlen steigen, was als ziemlich unwahrscheinlich gilt. Im Wahljahr 2006 waren die Preise in Berlin stabil geblieben, 2009, als in Brandenburg gewählt wurde, ebenso. Und 2010 hielt man es für ausgeschlossen, angesichts des Desasters bei der S-Bahn höhere Preise zu verlangen. So kann es sein, dass die Fahrgäste bis Ende 2011 oder gar Anfang 2012 von Preiserhöhungen verschont bleiben.

Danach könnte es aber teuer werden. Versuche, den Preis für den Einzelfahrschein von 2,10 Euro auf 2,30 Euro zu erhöhen, waren mehrfach am Widerstand von Junge-Reyer (SPD) gescheitert. „Ewig können wir uns diesen Preis aber nicht leisten“, sagte Sturmowski jetzt. In München, wo das Tarifgebiet in Waben eingeteilt ist, kostet eine Fahrt durch zwei Zonen zum Beispiel im Barverkauf 4,80 Euro.

2004 lag der Preis in Berlin bereits bei 2,20 Euro. Dafür galt der Einzelfahrschein aber auch innerhalb von zwei Stunden für Hin- und Rückfahrten. Nach dem Wegfall dieser Regelung war der Preis auf 2 Euro gesenkt worden, um bereits ein Jahr später wieder auf 2,10 Euro erhöht zu werden.

Eine Tariferhöhung um ein Prozent bringe der BVG Mehreinnahmen zwischen sechs und sieben Millionen Euro, sagte Sturmowski. Von 2011 an will das Unternehmen die Einnahmen jährlich um 15 Millionen Euro steigern, um seinen Finanzplan bis zum Jahr 2020 umsetzen zu können. Im vergangenen Jahr kletterten die Einnahmen auch ohne Preiserhöhung um 14, 9 Millionen Euro auf 507, 4 Millionen Euro. Allerdings waren die Einnahmen 2008 wegen des Streiks im Frühjahr zurückgegangen. Die Zahl der Fahrgäste ist von streikbedingt 832,3 Millionen auf 925,4 Millionen gestiegen – auch durch das S-Bahn-Chaos.

Das Jahr 2009 wird die BVG voraussichtlich mit einem Verlust in Höhe von 65 Millionen Euro abschließen. Die BVG hätte dank der Senatszuschüsse sogar einen Gewinn in Höhe von 33 Millionen Euro gemacht, wenn sie nicht 98 Millionen Euro zusätzlich hätte aufbringen müssen. Mit dieser Summe wurde den Altmitarbeitern die Differenz zwischen den 2005 gesenkten Tariflöhnen und dem damaligen höheren Einkommen ausgeglichen.

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Mit viel Prominenz auf dem roten Teppich wurden die 60. Internationalen Filmfestspiele am Potsdamer Platz eröffnet

Man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen? Auch kluge Köpfe wie Camus irren gewaltig. Der Sisyphos dieser Tage jedenfalls rollt keine Kugel den Berg hinauf, sondern schippt fluchend Schnee, und wenn er damit fertig ist, rieselt es wieder von oben. Doch, doch, die Treppe vor dem Berlinale-Palast war rechtzeitig zur Eröffnung des Filmfests am gestrigen Abend vom Eise befreit worden – und trotzdem wieder weiß, mit zunehmender Tendenz. Möglich, dass diese Gala als die schneereichste der Festivalgeschichte in die Annalen eingeht. Das Publikum am Rande: unter Regenschirme geduckt und ohnehin nicht sehr zahlreich. Die BMW-Limousinen, die die Stars vorfuhren, darunter auch Oldtimer wie ein „Barockengel“ aus der prähistorischen TV-Serie „Isar 12“: schneeweiß beschichtet. Die Sitzreihen im Saal: mit deutlichen Lücken, was im Parkett gar nicht so schlimm aussah, aber Anke Engelke, Moderatorin mit Überblick, wies darauf hin und bat, man möge den wohl irgendwo steckengebliebenen Gästen doch erzählen, was sie verpasst haben.

Tja, was haben sie verpasst? Anke eben, nach mehrjähriger Pause erneut in dieser Position, chamäleonhaft begnadet, fähig, in einem Satz von weltläufiger Eleganz zu Berliner Schnodderigkeit zu wechseln, um dann in eine Art indisches Englisch zu verfallen, wenn das gerade passt, und nebenbei Dieter Kosslick, den „Mr. Berlinale“, bei einem Hänger kurz zu ermahnen, dies sei nicht die Probe, sondern schon die Show. Obwohl man bei ihm kaum unterscheiden kann, was kleine Panne ist oder gezielter Gag.

Die 60. Berlinale hat nun also begonnen, das wurde noch dem letzten Festivalneuling wieder und wieder eingebläut. Der Blick nach vorn war ebenso einer zurück, mit afrikanischem Geburtstagsständchen als Filmkonserve, mit früheren Gästen und alten Plakaten als Hintergrundbildern, mit einem Filmchen über die Anfänge und einem amerikanischen Veteranen des Marshall-Plans als besonders begrüßtem Gast. Aber nach 60 Jahren wird es wohl erlaubt sein, „ein bisschen auf dicke Hose zu machen“, wie Anke Engelke, durchaus erfrischend, die historische Nabelschau verulkte, das macht sie mit links und sie machte es gut.

Möglich, dass das Wetter auch dabei mitspielte, als das Team um den chinesischen Eröffnungsfilm „Tuan Yuan“ entschied, sich ausnahmslos rote Seidenschals um den Hals zu drapieren. Regisseur Wang Quan’an und sein Trupp waren exotischer Abschluss einer sonst weitgehend aus einheimischen Kräften bestückten Starparade. Immerhin sah man neben gewohntem Filmpersonal wie Michael Gwisdek, Mario Adorf, Sybel Kekili, Sebastian Koch, Tom Tykwer, Christiane Paul und Detlev Buck auch seltenere Gäste wie Vicky Leandros und sogar Marius Müller-Westernhagen. Selbst Christoph Schlingensief, zurück aus Afrika, war wieder da und ebenso Tilda Swinton, diesmal besonders androgyn frisiert und lachsrot gefärbt. Die Politik vertraten unter anderem Claudia Roth und Walter Momper, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit waren ohnehin schon von Berufs wegen da.

Letzterer hatte außer einer Rede sogar noch einen Bären mitgebracht, weiß und aus Porzellan, den Ehrenbären der Stadt für das Geburtstagskind Berlinale, stellvertretend entgegengenommen von Dieter Kosslick und sogleich weitergereicht an seinen Vorgänger Moritz de Hadeln. Eine Berlinale-Kamera, wie sie im Laufe des Festivals noch an die langjährigen Forums-Köpfe Erika und Ulrich Gregor verliehen werde, komme für de Hadeln ja nicht in Frage, der diesen Preis schließlich selbst erfunden habe, ulkte Kosslick.

Zuletzt flimmerten im Kurzdurchlauf alle Wettbewerbsfilme über die Leinwand, dann folgte die obligatorische Vorstellung der Jury. Das Programm wurde nun schon etwas zäher. Zum Glück gab es Anke. Wie man sich den Namen des Jury-Mitglied Yu Nan leicht merken könne? "Ja nun."

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Wandelkonzerte mit klassischer Musik

Bei den Palmensinfonien im Botanischen Garten kann dem Winter für einige Stunden der Rücken gekehrt werden. In den abends festlich illuminierten Gewächshäusern gibt es gleichzeitig an fünf Orten klassische Live-Musik zu genießen. Beim Umherwandeln in der einzigartigen tropischen und subtropischen Flora, der Blütenfülle und der aromatischen Düfte kann sich jeder Konzertbesucher sein individuelles Konzertprogramm des Abends zusammenstellen.

Trompeten oder der vielstimmige Gesang eines Chors erfüllen den hohen Raum des wieder eröffneten Großen Tropenhauses mit kathedralem Klang. Im Kakteenhaus erklingen Flöten, Klarinetten oder Streichinstrumente, während ein Schlagzeugduo im feucht-warmen Farnhaus die tropischen Pflanzen zum Schwingen bringt. Harfenklänge oder Lautenspiel verzaubern das wunderschöne, im Jugendstil errichtete Mittelmeerhaus und seine Pflanzenwelt. Die Palmensinfonien im Botanischen Garten bieten ein einzigartiges, unvergessliches Konzerterlebnis inmitten bezaubernder pflanzlicher Vielfalt.

Im Konzertpreis inklusive ist der Tageseintritt in den Botanischen Garten und das Botanische Museum. So kann der Konzertabend bereits am Morgen begonnen werden mit einem ausgiebigen Spaziergang durch die Pflanzenwelt des winterlichen Botanischen Gartens, die Gewächshäuser und die Dauer- und Sonderausstellungen im Botanischen Museum.

Das Programm und die Besetzungen der Palmensinfonien wechseln wöchentlich. So gleicht kein Konzertwochenende dem anderen.

13. 14. Februar 2010, Samstag Sonntag, 18-20 Uhr
20. 21. Februar 2010, Samstag Sonntag, 18-20 Uhr
27. 28. Februar 2010, Samstag Sonntag, 18-20 Uhr
6. 7. März 2010, Samstag Sonntag, 18-20 Uhr

 
Der Liegenschaftsfonds will den Steglitzer Kreisel verkaufen

Der Liegenschaftsfonds sucht einen Käufer für den Steglitzer Kreisel und will das Hochhaus im März auf der internationalen Immobilienmesse im französischen Cannes anbieten. Um die Verkaufschancen zu verbessern, möchte man dem Investor ein asbestsaniertes Haus anbieten. Diese Option wird bei der Senatsfinanzverwaltung diskutiert, könnte das Land aber über 30 Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

„Zurzeit kostet uns der Betrieb des leer stehenden Hauses eine Million Euro im Jahr“, sagte Christian Sundermann, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Finanzen. Der Geschäftsführer des landeseigenen Liegenschaftsfonds Berlin Holger Lippmann sagte, dass es „mehrere Kaufinteressenten“ für das 119 Meter hohe Gebäude gebe. Bisher waren allerdings alle Versuche, einen Käufer für die Immobilie zu finden, gescheitert. Und der Berliner Markt für Immobilien steckt zurzeit in der Krise. Allenfalls ein Umbau zu einem Apartment-Haus wäre Branchenkennern zufolge zu erwägen, weil Wohnimmobilien gefragt sind. Doch das ist wegen der Konstruktion des Turmes schwierig und deshalb teuer.

Allerdings drängt auch der Eigentümer des Sockels, auf dem das Hochhaus steht, die Firma Becker & Kries, auf eine Sanierung des Turmes. Geschäftsführer Christian Kube sagte: „Wenn man nichts tut, muss man mit weiteren Schäden rechnen.“ Weil das Land das Gebäude seit Jahren leer stehen lässt, zog das Bauunternehmen vor Gericht, um den Senat zum Handeln zu zwingen. Seitdem Finanzsenator Ulrich Nußbaum den Fall zur Chefsache gemacht hat, ruht das Verfahren.

Der Fall ist verzwickt: Denn auch ein Abriss des Steglitzer Kreisels käme das Land teuer zu stehen. Der Asbest müsste auch dann ordnungsgemäß abgebaut werden. Hinzu kämen in diesem Fall die Kosten, um das Skelett aus Stahlträgern abzutragen: sechs bis neun Millionen Euro. Außerdem verlangt der „Miteigentümer“ Becker & Kries eine Entschädigung während der Bauzeit, weil er mit Mietminderungen rechnet. Auf zehn Millionen Euro hatte man sich mit dem früheren Finanzsenator Thilo Sarrazin schon einmal geeinigt. Das war im Jahr 2006. Doch dem Senat waren die Gesamtkosten in Höhe von fast 50 Millionen Euro zu hoch.

Deshalb könnte ein Verkauf des sanierten Altbaus, so das Kalkül des neuen Finanzsenators, die billigste Lösung für das Land sein. Denn jeder Euro, den der Verkauf des Turmes einbringt, würde die Verluste aus der Sanierung schmälern. Von einem „negativen Kaufpreis“, also einer Millionenbelastung für die Landeskassen, geht Sundermann dennoch aus.

Für eine echte Entlastung des Landeshaushaltes sorgen dagegen die anderen Geschäfte des Liegenschaftsfonds: 135 Millionen Euro überweist der Fonds. Das sind Einnahmen aus dem Verkauf von 676 landeseigenen Immobilien, darunter das Robert-Koch-Institut an der Dorotheenstraße, Wohn- und Geschäftshäuser sowie Grundstücke wie etwa am Humboldthafen. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Umsatz allerdings um 34 Prozent zurück.

Der Tagesspiegel, [11.02.2010]

 
Filmvorführung, Diskussion und Information zum umweltbewusstem Handeln

Am 17. Februar veranstaltet der Botanische Garten Berlin einen Themenabend zum umweltbewussten Handeln. Der Eintritt ist frei. Mit einer Filmvorführung, Diskussion und Informationsangebot soll dieser Abend Mut machen und aufzeigen, wie jeder im eigenen Bereich umweltbewusst und nachhaltig handeln kann. Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit IRIS (Institut für Ressourcenschonung, Innovation und Sustainability an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) und dem British Council.

Der Film THE AGE OF STUPID

Die Veranstaltung beginnt mit der Aufführung des höchst aktuellen Films "The Age of Stupid" (GB 2009, OmU) der britischen Dokumentarfilmerin Franny Armstrong. Er wurde am 21. September 2009 im Rahmen der Weltklimawoche der Vereinten Nationen in New York uraufgeführt. Die Rahmenhandlung des Films trägt ein alter Mann im Jahr 2055. Er blickt auf eine verseuchte, überschwemmte und brennende Erde und fragt sich, wie es so weit kommen konnte. Anhand alten Filmmaterials aus den Jahren 1950-2008 blickt er in die Vergangenheit und verfolgt sechs (wahre) Geschichten aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt. Er zeigt auf, dass die Menschen damals Bescheid wussten. Doch wieso haben Regierungen, Unternehmen und die meisten Menschen nichts gegen den Klimawandel getan, als noch Zeit dazu war?

Diskussion und Information

In einer anschließenden Diskussion werden Zusammenhänge thematisiert und die Frage erörtert, wie Menschen umweltpolitisch verantwortlich handeln können. Weil der Film schwer im Magen liegt und eine Aufforderung zum Handeln ist, werden konkrete Wege aufgezeigt, wie jeder Mensch durch das eigene Handeln sofort aktiv werden kann. Anschauungs- und Informationsmaterial zu den Themengebieten Energie, Ernährung, Gesundheit, Konsum, Mobilität, Verschwendung oder Wasser werden geboten.

THE AGE OF STUPID - Filmvorführung, Diskussion und Information zum umweltbewusstem Handeln
Wann: Mittwoch, 17. Februar 2010
Beginn: 19.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)
Ort: Neues Glashaus im Botanischen Garten Berlin
10 Minuten Fußweg von den Eingängen zum Veranstaltungsort
Eingänge: Königin-Luise-Platz (Bus 101, X83) und
Unter den Eichen (Bus M48)
Eintritt: frei

 
Von DiCaprio bis Depardieu: Für die am Donnerstag beginnende Berlinale haben sich zahlreiche Stars angemeldet

Alle reden vom Eis, Dieter Kosslick handelt. Die tückische Treppe vor dem Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz hat schon ohne weißen Panzer manchen zu Fall gebracht, da geht die Festivalleitung lieber kein Risiko ein und hat rechtzeitig zu den Filmfestspielen private Räumdienste in die Spur geschickt, auf dass sie den Vorplatz freipickeln. Auch die anderen Hauptorte des Filmfests, der Friedrichstadtpalast, das International, das ehemalige Café Moskau als Ort der Eröffnungsparty und nicht zuletzt der Pariser Platz für die „Metropolis“-Vorführung, sollen rechtzeitig geräumt werden, wie Berlinale-Sprecherin Frauke Greiner gestern versicherte.

Es wird auch Zeit, denn am Donnerstag geht es los. Allmählich treffen die ersten Prominenten ein, Renée Zellweger etwa, Mitglied der Jury, wurde gestern Vormittag von Festivalchef Kosslick mit einem Blumenstrauß auf dem Flughafen Tegel empfangen. In der Stadt ist sie fast Stammgast, auch bei der Berlinale ließ sie sich schon sehen, 2003 zur Premiere von „Chicago“. Da musste sie auch singen, bewies eine Doppelbegabung, die sie mit Jury-Kollegin Cornelia Froboess teilt.

Im Mittelpunkt der morgigen Gala stehen die Stars des Eröffnungsfilms „Tuan Yuan“, neben Regisseur Wang Quan’an sind das seine Darsteller Lisa Lu, Ling Feng, Monica Mo und Na Jin. Tags darauf posieren Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams sowie Autor Robert Harris auf dem roten Teppich, um den in Babelsberg gedrehten Politthriller „Der Ghostwriter“ vorzustellen. Regisseur Roman Polanski ist bekanntlich verhindert. Aus Bombay kommt Indiens Superstar Shah Rukh Khan angereist. Für „Om Shanti Om“ auf der Berlinale 2008 bereits heftig umjubelt, stellt er in Begleitung der in Indien ebenfalls hoch verehrten Filmdiva Kajol und Regisseur Karan Johar seinen neuen, nicht biografischen Film „My Name is Khan“ vor. Bollywood-Fans bügeln schon die Saris auf.

Kaum ist dieser Trubel vorbei, steht Samstagabend der nächste an: Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley und Michelle Williams wollen zur Premiere ihres Inseldramas „Shutter Island“ aufmarschieren. Da DiCaprio im Film mit renitenten, psychopathischen Straftätern und einem losbrechenden Hurrikan fertig werden muss, pustet ihn auch stürmischer Jubel seiner Fans nicht um.

Die Hollywood-Wachablösung im Berlinale-Palast ist Sonntagabend dann Ben Stiller, der „Greenberg“ präsentiert. Im weiteren Verlauf des Festivals werden auch Penélope Cruz, Marion Cotillard und Daniel Day-Lewis erwartet, die gemeinsam mit Regisseur Rob Marshall das Musical „Nine“ vorstellen.

Damit ist der Starreigen noch lange nicht vorbei. Angekündigt sind auch Gérard Depardieu und Isabelle Adjani („Mammuth“), der indische Schauspieler Aamir Khan, diesmal als Produzent („Lagaan“), Geoffrey Rush („Bran Nue Dae“), Catherine Deneuve, Christopher Lee, Michail Gorbatschow und Bob Geldof („Cinema for Peace“) – und viele einheimische Filmstars: darunter Hanna Schygulla, die einen Goldenen Bären fürs Lebenswerk bekommt, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Joachim Król – kurz: alte Bekannte.

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Werbetafeln an Berliner Baustellen müssen künftig genehmigt werden und "stadtverträglich" sein

Die Sanierung der Siegessäule im Tiergarten wird für den Senat zur Probe aufs Exempel: Die Pläne fürs Aufhübschen der Goldelse werden zwar erst am kommenden Montag von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgestellt – aber dem Vernehmen nach will sich das Land bei deren Sanierung an die gestern beschlossene neue Bauordnung halten und auch das „Verunstaltungsgebot“ beachten. Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich die neue Regeln für den Umgang mit der teils bunten, teils schrillen Werbung auf den Großbaustellen der Stadt. „Victoria“ wird deshalb wohl eher dezent verkleidet, die rund 67 Meter hohe Säule ebenso. Und das Motiv der Werbung soll ausgewählt sein, dem Wahrzeichen angemessen, wie es heißt.

Ein grundsätzliches Verbot von Werbung bringt die Gesetzesnovellierung nicht. Wer Plakate aufhängen will, braucht dafür aber eine Genehmigung. Außerdem steht in dem Gesetz, dass großflächige Werbung „stadtverträglich“ sein muss. Aber auch wenn das sicher gestellt ist, werden Genehmigungen für die Plakate auf den vielen Berliner Bauzäunen nur noch zeitlich befristet erteilt: für allerhöchstens sechs Monate.

„Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich zu Recht durch zu viel großflächige Werbung an zentralen Orten der Stadt gestört“, sagte die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer, die die Feder führte bei der Novellierung des Gesetzes. Zuletzt hatte die Verhüllung des Charlottenburger Tores mit dem nach Angaben der CDU „größten Wahlplakat Deutschlands“ für Ärger gesorgt. Der Bezirk nannte diese Parteienwerbung rechtswidrig. Und sogar der Landesrechnungshof hatte sich wiederholt mit der Vergabe von Werbeflächen beschäftigt.

Zurzeit hängen Großplakate am Leipziger und Potsdamer Platz. Gemunkelt wird, die Arbeiten an den Neubauten gingen dort nur deshalb so langsam voran, weil die Einnahmen aus den Plakaten die Finanzierung der Sanierung erleichtern. Auch die Sanierung des verhüllten Brandenburger Tores hatte sich hingezogen.

Doch das ist bald vorbei. Gestern nahm der Senat den „Gesetzentwurf zur Änderung der Bauordnung für Berlin und des Berliner Denkmalschutzgesetzes“ zur Kenntnis. Nun müssen der Ältestenrat und das Abgeordnetenhaus dem Regelwerk zustimmen. Bis Ende des Jahres könnte es dann in Kraft treten, heißt es.

Die neue Bauordnung für Berlin erleichtert auch Investitionen in den Klimaschutz: Wer die Außenwand eines Altbaus mit wärmedämmenden Platten verkleiden will, muss sich dazu nicht mehr mit der Bauaufsicht abstimmen. Dies gilt für Gebäude mit einer Höhe von maximal 22 Metern, bei denen nachträglich „Maßnahmen zur Energieeinsparung“ ergriffen werden.

Die Novellierung der Bauordnung hat auch das Aus für zahlreiche Müllschlucker zur Folge. Wenn sie keine Trennung der Abfallsorte ermöglichen, müssen sie bis Ende des Jahres 2013 stillgelegt werden. Damit dürften die meisten Abfallschächte in Hochhäusern von dem Verbot betroffen sein. Der Senat verweist hier auf die im Abfallrecht verankerte „Trennpflicht".

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Die DBB-Tarifunion zieht eine positive Bilanz des Warnstreiks am Dienstag

Die DBB-Tarifunion zeigte sich zufrieden mit dem Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Dienstag. Knapp 400 von insgesamt 500 zum Streik aufgerufenen Fahrer hätten sich an dem Arbeitsausstand beteiligt, sagte eine Sprecherin am Nachmittag gegenüber Tagesspiegel Online. Das Ziel sei erreicht worden: "Wir wollten nicht die Fahrgäste schädigen, sondern durch den leichten Rumpelverkehr zum Nachdenken auffordern." Verhandlungsführer Willi Russ hofft nun auf Bewegung bei den Arbeitgebern für die neue Gesprächsrunde am 18. Februar.

Zu Verspätungen kam es besonders auf den Strecken der U-Bahn-Linien 5, 7 und 8, sagte BVG-Pressesprecherin Petra Reetz am Nachmittag. Die U4 sei zwischenzeitlich nur im 20-Minuten-Takt gefahren, weil man Fahrer von dort abgezogen haben. Auch bei den Bussen kam es stadtweit zu Verspätungen von durchschnittlich 5 bis 7 Minuten. "Wir haben es gemerkt, es gab aber kein Verkehrschaos." Insgesamt seien etwa 100 Fahrer nicht zum Schichtdienst gekommen.

Die durch das S-Bahn-Chaos bereits seit Monaten geplagten Berliner nahmen die zusätzlichen Verspätungen offenbar gelassen auf. Beschwerden bei der BVG habe es kaum gegeben, so Reetz: "Da sind die Berliner ziemlich tolerant." Viele Fahrgäste hätten den Streik gar nicht bemerkt und die Verspätungen stattdessen dem Frostwetter zugerechnet.

Dennoch war die Stimmung am Morgen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz genervt. Dort fuhren die U-Bahn-Linien 5 und 8 unregelmäßig, auf den Anzeigentafeln wurde um Geduld gebeten. "Das ist zum Kotzen", befand etwa ein Mittdreißiger auf dem Weg zur Arbeit.

Dass der Warnstreik vergleichsweise milde ausfiel, hängt auch damit zusammen, dass mehr als 80 Prozent der Beschäftigten nicht in der DBB-Tarifunion, sondern in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisiert sind. Verdi hat sich vom Warnstreik distanziert, weil die Tarifverhandlungen für die rund 12.000 Mitarbeiter der BVG und der BVG-Tochterfirma Berlin Transport nach ihrer Einschätzung auf einem guten Weg sind. Die DBB Tarifunion fordert fünf Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch einen Zuwachs zwischen 110 und 150 Euro je nach Entgeltstufe. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Februar geplant.

Der Tagesspiegel, [09.02.2010]

 
Streik bei der BVG

Ungeachtet vereister Gehwege und des eingeschränkten S-Bahn-Verkehrs wollen am Dienstag einige hundert Mitarbeiter der BVG streiken. Lahmgelegt wird der Betrieb dadurch zwar nicht. Vom Beginn der Frühschicht bis zum Nachmittag ist aber mit Ausfällen bei Bussen und U-Bahnen zu rechnen. Doch nicht nur im Nahverkehr wollen Beschäftigte die Arbeit niederlegen – auch im Kreuzberger Urbankrankenhaus, den hiesigen Einrichtungen des Bundes, Kitas, der Stadtreinigung und den Bädern soll stundenweise gestreikt werden.

Vom BVG-Warnstreik könnte vor allem die U-Bahn-Linie 5 (Hönow – Alexanderplatz) betroffen sein, auf die viele S-Bahn-Kunden ausgewichen sind. Die BVG versuchte am Montag, Pläne zu entwickeln, um den Verkehr aufrechtzuhalten. Da sich die größere Gewerkschaft Verdi nicht am dem Warnstreik beteiligt, verfüge man über Reserven, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Zum Warnstreik aufgerufen hat eine Tarifunion, in der die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Gewerkschaft Kommunaler Landesdienst vereint sind. Sie haben unter den 12 000 Beschäftigten der BVG nach eigenen Angaben mehr als tausend Mitglieder, vor allem im Tochterunternehmen Berlin Transport, das die Fahrer für die U 5 stellt. 500 der Mitglieder sind zum Streik aufgerufen worden. Die „Nadelstiche“ durch den Streik würden spürbar sein, kündigte Verhandlungsführer Willi Russ von der Tarifunion an.

Sie beteiligt sich zum ersten Mal an den Tarifverhandlungen bei der BVG. Vor allem die GDL hat hier großen Zulauf, nachdem sie 2007 ein vergleichsweise hohes Lohnplus von elf Prozent bei der Bahn durchsetzen konnte. Die nächste Verhandlungsrunde für die BVG ist am 18. Februar. Dann will die Arbeitgeberseite ihr Angebot vorlegen. Der Beamtenbund fordert fünf Prozent mehr, mindestens jedoch einen Betrag von 110 bis 150 Euro je Entgeltstufe. Verdi hat noch keine Forderungen bei der BVG gestellt. In den bisherigen Runden habe sich abgezeichnet, dass es eine „gute Lösung“ geben könne, heißt es auf beiden Seiten. Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler rechnet damit, dass man sich noch im Februar einigt. Für einen Streik gebe es keinen Anlass.

Mit Warnstreiks in Kitas und Bezirksämtern soll am Dienstag der Druck auf den Senat erhöht werden (siehe Text unten). Zwischen 10 und 14 Uhr werden Teile der Innenstadt blockiert sein. Unter anderem Mitarbeiter der Stadtreinigung laufen vom Wittenbergplatz zum Fehrbelliner Platz, wo Verdi-Bundeschef Frank Bsirske erwartet wird.

Im Vivantes-Klinikum am Urban sollen schon am Morgen die OP-Schwestern streiken. Verdi ruft dazu auf, ab 7.30 Uhr die Arbeit niederzulegen. Not-OPs seien aber sichergestellt. Wie bei der BVG fallen auch die Beschäftigten des Klinikkonzerns Vivantes nicht unter den Tarif, der derzeit zwischen dem Senat und Verdi für den öffentlichen Dienst Berlins ausgehandelt wird. Vivantes gehört zum Kommunalen Arbeitgeberverband. Anders als bei den Berliner Ämtern streiten die Gewerkschaften hier nicht mit dem Senat, sondern mit dem Bund, Grundlage ist der bundesweite Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Die Verhandlungen dazu wurden gerade ausgesetzt. In vielen Städten Westdeutschlands blieben Kitas und Müllabfuhren am Montag zu. Bund und Kommunen lehnen die Forderung von fünf Prozent mehr Lohn für ihre 1,3 Millionen Angestellten ab.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]

 
Der britische Superstar kommt im März zur Echo-Verleihung nach Berlin

Robbie Williams kommt zur Verleihung des Musikpreises Echo am 4. März nach Berlin. Er werde bei dem Auftritt seine neue Single „Morning Sun“ vorstellen, teilten die Veranstalter am Montag mit. Der Sänger wurde in den vergangenen Jahren bereits sechs Mal mit dem Echo als bester internationaler Künstler ausgezeichnet. 2003 trat er schon einmal live bei der Preisverleihung auf. Auch in diesem Jahr ist er wieder nominiert. Neben ihm treten in diesem Jahr auch Rihanna, Sade, Jan Delay und Xavier Naidoo auf.

Die 19. Echo-Verleihung wird von Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel moderiert und am 4. März um 20.15 Uhr live im Ersten übertragen. Der wichtigste deutsche Musikpreis wird in 23 Kategorien verliehen. Für einen Echo nominiert sind unter anderen Lady Gaga, Robbie Williams, Depeche Mode und Beyoncé.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]