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News aus der Region News Berlin www.schlossstrasse.de

 
Studie: Die meisten Berliner haben nichts gegen Touristen
Das gilt nicht für alle Bezirke gleichermaßen

Er meckert zwar gerne, wenn es in der Innenstadt mal wieder zu voll, zu laut oder zu teuer ist. Aber eigentlich hat der Berliner ja gar nichts gegen Touristen. Das legt zumindest eine aktuelle Meinungsumfrage der Tourismuswerber der landeseigenen Gesellschaft Visit Berlin nahe, die jetzt veröffentlicht wurde. Neun von zehn Berlinern sind demnach stolz darauf, dass Menschen aus aller Welt ihre Stadt besuchen, 88 Prozent der Stadtbewohner fühlen sich durch Touristen „weder eingeschränkt noch gestört“.

3000 Berliner wurden befragt.

Immerhin 77 Prozent der Befragten sehen in den nächsten Jahren Vorteile für die Einwohner durch den steigenden Tourismus.

3000 Berliner wurden für die repräsentative Untersuchung befragt, das Ergebnis erfreut auch den Senat. „Die Akzeptanz für den Tourismus ist in Berlin ganz überwiegend sehr hoch“, heißt es in einer zehnseitigen Stellungnahme des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) fürs Parlament.

Etwas negativer wird das Bild allerdings, wenn man sich die Ergebnisse in jenen Vierteln anguckt, die besonders viele Touristen anziehen. Gefragt, ob sie sich durch die vielen Besucher gestört oder eingeschränkt fühlen, antwortete jeder dritte Befragte in Friedrichshain und Kreuzberg mit „eher ja“, in Mitte immerhin noch jeder Fünfte. Auch in Tiergarten, Schöneberg und Prenzlauer Berg liegen die Negativwerte leicht über dem Durchschnitt, in Charlottenburg und Neukölln hingegen ist die Stimmung etwas besser.

Der Senat zieht aus der Studie den Schluss, dass „das Thema Akzeptanzerhaltung in Bezug auf den Berlin-Tourismus ein nicht zuletzt medial erzeugtes Problem ist und nicht originär auf den Tourismus zurückgeführt werden kann“. Was Wowereit und Yzer allerdings für ein reales Problem halten, ist das aus ihrer Sicht zu gering entwickelte Bewusstsein der Berliner, wie wichtig Besucher für die Wirtschaft sind.

Nur sechs von zehn Berlinern bewerten den Tourismus demnach als wichtigen Wirtschaftsfaktor – obwohl inzwischen 275000 Berliner vom Tourismus lebten, der zehn Milliarden Euro Umsatz erziele. Daher wollen der Senat und Visit Berlin den Bürgern gerade im Jahr des auch touristisch wichtigen Mauerfall-Jubiläums die Vorzüge der Gäste anschaulicher vermitteln.

Der Tagesspiegel, [09.09.2014]
Alles auf Anfang beim Steglitzer Kreisel
Die Sanierung des Steglitzer Kreisels verzögert sich weiter

Der Steglitzer Kreisel war so gut wie verkauft, um daraus ein exklusives Wohnhochhaus zu machen.
Die Sanierung des Steglitzer Kreisels verzögert sich weiter

Der Steglitzer Kreisel war so gut wie verkauft, um daraus ein exklusives Wohnhochhaus zu machen. Doch jetzt schreibt der landeseigene Liegenschaftsfonds den 118 Meter hohen Turm am Ende der Schloßstraße in Steglitz-Zehlendorf neu aus. Eine überraschende Entscheidung, die einen Rechtsstreit auslöst. Die bundesweit agierende CG Immobilien Gruppe, die den Kreisel zum Wohnhaus umbauen will, hat schon eine Anwaltskanzlei beauftragt, die neue Ausschreibung juristisch zu verhindern.

Der Chef des Unternehmens, Christoph Gröner, warf dem Liegenschaftsfonds vor, vertragsbrüchig zu handeln.

Bereits im Mai 2013 hätten sich die Eigentümer des Kreisels, der Konzern Becker & Kries (Untergeschosse) und das Land Berlin (Hochhaus) mit der CG Gruppe in einer Grundsatzvereinbarung auf den Verkauf verständigt. Bis Dezember 2014 sollten die notariellen Kaufverträge abgeschlossen werden. Die Verhandlungen mit Becker & Kries über den Verkauf der gewerblich genutzten Untergeschosse einschließlich Garagen seien im Juni dieses Jahres erfolgreich beendet worden, teilte Gröner am Mittwoch mit. Er sieht nun auch den Liegenschaftsfonds in der Pflicht, seine Zusagen einzuhalten und versicherte erneut, dass die Finanzierung für das Projekt steht.

Gröner verwies darauf, dass eine Nutzung des Hochhauses durch andere Käufer so gut wie ausgeschlossen sei. Denn alle Parkplätze, viele Zugänge für Rettungsfahrzeuge und die Feuerwehr gehörten zu den Untergeschossen, die der CG Gruppe schon verkauft worden seien. Das mache baurechtliche Genehmigungen für andere Investoren aussichtslos, der Turm ist aus Sicht Gröners „als Einzelteil unverkäuflich“. Er vermutet, dass der Liegenschaftsfonds mit der Neuausschreibung des Kreisels nur den „ursprünglich vereinbarten Kaufpreis“ steigern wolle. Summen nannte er nicht.

Juristisch schlecht vertreten ist die CG Immobilien Gruppe nicht. Für den aktuellen Rechtsstreit hat sie die – auf unternehmensrechtliche Probleme spezialisierte – Kanzlei Lindenpartners beauftragt. Für die Verkaufsverhandlungen ist die renommierte Anwaltskanzlei Knauthe verantwortlich. Der Liegenschaftsfonds bestätigte am Mittwoch lediglich, dass die Verhandlungen mit der CG Gruppe gestoppt worden seien. Angebote für den Kauf des öffentlichen „Teileigentums am Hochhaus“ könnten bis zum 24. November abgegeben werden.

Schon vor einem Monat hatte die Chefin des Liegenschaftsfonds, Birgit Möhring, durchblicken lassen, dass Berlin dem Investor nicht über den Weg traut und dessen finanzielle Bonität in Zweifel zieht. Am Mittwoch wurde dies bekräftigt. „Vorsorglich soll die Durchführung des Investitionsvorhabens durch vertragliche Regelungen abgesichert werden“, teilte der Liegenschaftsfonds mit. „So wird dem Risiko einer städtebaulich unzuträglichen Situation, insbesondere dem Verbleib einer Bauruine oder dauerhaftem Leerstand vorgebeugt.“ In den Verhandlungen mit der CG Gruppe soll das seit 2007 brach liegende Areal hinter dem Bahnhof Zoo als mahnendes Beispiel genannt worden sein. Der Standort für das Pleiteprojekt „Riesenrad“.

Der Tagesspiegel, [24.09.2014]

 
6500 Berliner Glückspilze starten beim Marathon
40.004 Läufer sind beim 41. Berlin-Marathon am Start

Nicht der beste Internetzugang hat entschieden, sondern das Glück.
40.004 Läufer sind beim 41. Berlin-Marathon am Start

Nicht der beste Internetzugang hat entschieden, sondern das Glück. Wenn am kommenden Sonntag auf der schnellsten Marathon-Strecke der Welt 40.004 Läufer an den Start gehen, sind 31.000 von ihnen mit einer Art Glücksfaktor unterwegs. Sie haben ihre Startplätze erstmals durch einen Losentscheid erhalten.

Der Veranstalter SCC Events hat dieses Verfahren eingeführt, weil die verfügbaren Startplätze für den vorherigen Jubiläums-Marathon binnen dreieinhalb Stunden im Internet ausgebucht waren. Bei der Verlosung unter 74707 Bewerbern hatten alle die gleiche Chance, sagt SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock.

Die Berliner Sportler schneiden sogar etwas besser ab. Während die Zahl der Starter aus Deutschland mit mehr als 17.000 konstant blieb, ist der Anteil der Berliner auf rund 6500 gestiegen, sonst waren nur etwa 5500 Hauptstädter am Start. Unter den insgesamt 130 Nationen stellen die Dänen mit 3500 Sportlern die zweitstärkste Fraktion, dann folgen die Briten mit 3000.

Erstmals gibt es im Netz auch eine interaktive Karte, auf der die Starter Informationen zum Lauf finden, Zuschauer etwas über die 80 Bands an der Strecke erfahren und die Berliner sehen können, ab wann welche Straße gesperrt ist. Am Donnerstag beginnen die Sperrungen auf der Straße des 17. Juni.

Berliner Zeitung, [22.09.2014]

 
Studie: Die meisten Berliner haben nichts gegen Touristen
Das gilt nicht für alle Bezirke gleichermaßen

Er meckert zwar gerne, wenn es in der Innenstadt mal wieder zu voll, zu laut oder zu teuer ist. Aber eigentlich hat der Berliner ja gar nichts gegen Touristen.
Das gilt nicht für alle Bezirke gleichermaßen

Er meckert zwar gerne, wenn es in der Innenstadt mal wieder zu voll, zu laut oder zu teuer ist. Aber eigentlich hat der Berliner ja gar nichts gegen Touristen. Das legt zumindest eine aktuelle Meinungsumfrage der Tourismuswerber der landeseigenen Gesellschaft Visit Berlin nahe, die jetzt veröffentlicht wurde. Neun von zehn Berlinern sind demnach stolz darauf, dass Menschen aus aller Welt ihre Stadt besuchen, 88 Prozent der Stadtbewohner fühlen sich durch Touristen „weder eingeschränkt noch gestört“.

3000 Berliner wurden befragt.

Immerhin 77 Prozent der Befragten sehen in den nächsten Jahren Vorteile für die Einwohner durch den steigenden Tourismus.

3000 Berliner wurden für die repräsentative Untersuchung befragt, das Ergebnis erfreut auch den Senat. „Die Akzeptanz für den Tourismus ist in Berlin ganz überwiegend sehr hoch“, heißt es in einer zehnseitigen Stellungnahme des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) fürs Parlament.

Etwas negativer wird das Bild allerdings, wenn man sich die Ergebnisse in jenen Vierteln anguckt, die besonders viele Touristen anziehen. Gefragt, ob sie sich durch die vielen Besucher gestört oder eingeschränkt fühlen, antwortete jeder dritte Befragte in Friedrichshain und Kreuzberg mit „eher ja“, in Mitte immerhin noch jeder Fünfte. Auch in Tiergarten, Schöneberg und Prenzlauer Berg liegen die Negativwerte leicht über dem Durchschnitt, in Charlottenburg und Neukölln hingegen ist die Stimmung etwas besser.

Der Senat zieht aus der Studie den Schluss, dass „das Thema Akzeptanzerhaltung in Bezug auf den Berlin-Tourismus ein nicht zuletzt medial erzeugtes Problem ist und nicht originär auf den Tourismus zurückgeführt werden kann“. Was Wowereit und Yzer allerdings für ein reales Problem halten, ist das aus ihrer Sicht zu gering entwickelte Bewusstsein der Berliner, wie wichtig Besucher für die Wirtschaft sind.

Nur sechs von zehn Berlinern bewerten den Tourismus demnach als wichtigen Wirtschaftsfaktor – obwohl inzwischen 275000 Berliner vom Tourismus lebten, der zehn Milliarden Euro Umsatz erziele. Daher wollen der Senat und Visit Berlin den Bürgern gerade im Jahr des auch touristisch wichtigen Mauerfall-Jubiläums die Vorzüge der Gäste anschaulicher vermitteln.

Der Tagesspiegel, [09.09.2014]

 

 
Die Sanierung des Steglitzer Kreisels verzögert sich weiter

Der Steglitzer Kreisel war so gut wie verkauft, um daraus ein exklusives Wohnhochhaus zu machen. Doch jetzt schreibt der landeseigene Liegenschaftsfonds den 118 Meter hohen Turm am Ende der Schloßstraße in Steglitz-Zehlendorf neu aus. Eine überraschende Entscheidung, die einen Rechtsstreit auslöst. Die bundesweit agierende CG Immobilien Gruppe, die den Kreisel zum Wohnhaus umbauen will, hat schon eine Anwaltskanzlei beauftragt, die neue Ausschreibung juristisch zu verhindern.

Der Chef des Unternehmens, Christoph Gröner, warf dem Liegenschaftsfonds vor, vertragsbrüchig zu handeln.

Bereits im Mai 2013 hätten sich die Eigentümer des Kreisels, der Konzern Becker & Kries (Untergeschosse) und das Land Berlin (Hochhaus) mit der CG Gruppe in einer Grundsatzvereinbarung auf den Verkauf verständigt. Bis Dezember 2014 sollten die notariellen Kaufverträge abgeschlossen werden. Die Verhandlungen mit Becker & Kries über den Verkauf der gewerblich genutzten Untergeschosse einschließlich Garagen seien im Juni dieses Jahres erfolgreich beendet worden, teilte Gröner am Mittwoch mit. Er sieht nun auch den Liegenschaftsfonds in der Pflicht, seine Zusagen einzuhalten und versicherte erneut, dass die Finanzierung für das Projekt steht.

Gröner verwies darauf, dass eine Nutzung des Hochhauses durch andere Käufer so gut wie ausgeschlossen sei. Denn alle Parkplätze, viele Zugänge für Rettungsfahrzeuge und die Feuerwehr gehörten zu den Untergeschossen, die der CG Gruppe schon verkauft worden seien. Das mache baurechtliche Genehmigungen für andere Investoren aussichtslos, der Turm ist aus Sicht Gröners „als Einzelteil unverkäuflich“. Er vermutet, dass der Liegenschaftsfonds mit der Neuausschreibung des Kreisels nur den „ursprünglich vereinbarten Kaufpreis“ steigern wolle. Summen nannte er nicht.

Juristisch schlecht vertreten ist die CG Immobilien Gruppe nicht. Für den aktuellen Rechtsstreit hat sie die – auf unternehmensrechtliche Probleme spezialisierte – Kanzlei Lindenpartners beauftragt. Für die Verkaufsverhandlungen ist die renommierte Anwaltskanzlei Knauthe verantwortlich. Der Liegenschaftsfonds bestätigte am Mittwoch lediglich, dass die Verhandlungen mit der CG Gruppe gestoppt worden seien. Angebote für den Kauf des öffentlichen „Teileigentums am Hochhaus“ könnten bis zum 24. November abgegeben werden.

Schon vor einem Monat hatte die Chefin des Liegenschaftsfonds, Birgit Möhring, durchblicken lassen, dass Berlin dem Investor nicht über den Weg traut und dessen finanzielle Bonität in Zweifel zieht. Am Mittwoch wurde dies bekräftigt. „Vorsorglich soll die Durchführung des Investitionsvorhabens durch vertragliche Regelungen abgesichert werden“, teilte der Liegenschaftsfonds mit. „So wird dem Risiko einer städtebaulich unzuträglichen Situation, insbesondere dem Verbleib einer Bauruine oder dauerhaftem Leerstand vorgebeugt.“ In den Verhandlungen mit der CG Gruppe soll das seit 2007 brach liegende Areal hinter dem Bahnhof Zoo als mahnendes Beispiel genannt worden sein. Der Standort für das Pleiteprojekt „Riesenrad“.

Der Tagesspiegel, [24.09.2014]

 
40.004 Läufer sind beim 41. Berlin-Marathon am Start

Nicht der beste Internetzugang hat entschieden, sondern das Glück. Wenn am kommenden Sonntag auf der schnellsten Marathon-Strecke der Welt 40.004 Läufer an den Start gehen, sind 31.000 von ihnen mit einer Art Glücksfaktor unterwegs. Sie haben ihre Startplätze erstmals durch einen Losentscheid erhalten.

Der Veranstalter SCC Events hat dieses Verfahren eingeführt, weil die verfügbaren Startplätze für den vorherigen Jubiläums-Marathon binnen dreieinhalb Stunden im Internet ausgebucht waren. Bei der Verlosung unter 74707 Bewerbern hatten alle die gleiche Chance, sagt SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock.

Die Berliner Sportler schneiden sogar etwas besser ab. Während die Zahl der Starter aus Deutschland mit mehr als 17.000 konstant blieb, ist der Anteil der Berliner auf rund 6500 gestiegen, sonst waren nur etwa 5500 Hauptstädter am Start. Unter den insgesamt 130 Nationen stellen die Dänen mit 3500 Sportlern die zweitstärkste Fraktion, dann folgen die Briten mit 3000.

Erstmals gibt es im Netz auch eine interaktive Karte, auf der die Starter Informationen zum Lauf finden, Zuschauer etwas über die 80 Bands an der Strecke erfahren und die Berliner sehen können, ab wann welche Straße gesperrt ist. Am Donnerstag beginnen die Sperrungen auf der Straße des 17. Juni.

Berliner Zeitung, [22.09.2014]

 
Das gilt nicht für alle Bezirke gleichermaßen

Er meckert zwar gerne, wenn es in der Innenstadt mal wieder zu voll, zu laut oder zu teuer ist. Aber eigentlich hat der Berliner ja gar nichts gegen Touristen. Das legt zumindest eine aktuelle Meinungsumfrage der Tourismuswerber der landeseigenen Gesellschaft Visit Berlin nahe, die jetzt veröffentlicht wurde. Neun von zehn Berlinern sind demnach stolz darauf, dass Menschen aus aller Welt ihre Stadt besuchen, 88 Prozent der Stadtbewohner fühlen sich durch Touristen „weder eingeschränkt noch gestört“.

3000 Berliner wurden befragt.

Immerhin 77 Prozent der Befragten sehen in den nächsten Jahren Vorteile für die Einwohner durch den steigenden Tourismus.

3000 Berliner wurden für die repräsentative Untersuchung befragt, das Ergebnis erfreut auch den Senat. „Die Akzeptanz für den Tourismus ist in Berlin ganz überwiegend sehr hoch“, heißt es in einer zehnseitigen Stellungnahme des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) fürs Parlament.

Etwas negativer wird das Bild allerdings, wenn man sich die Ergebnisse in jenen Vierteln anguckt, die besonders viele Touristen anziehen. Gefragt, ob sie sich durch die vielen Besucher gestört oder eingeschränkt fühlen, antwortete jeder dritte Befragte in Friedrichshain und Kreuzberg mit „eher ja“, in Mitte immerhin noch jeder Fünfte. Auch in Tiergarten, Schöneberg und Prenzlauer Berg liegen die Negativwerte leicht über dem Durchschnitt, in Charlottenburg und Neukölln hingegen ist die Stimmung etwas besser.

Der Senat zieht aus der Studie den Schluss, dass „das Thema Akzeptanzerhaltung in Bezug auf den Berlin-Tourismus ein nicht zuletzt medial erzeugtes Problem ist und nicht originär auf den Tourismus zurückgeführt werden kann“. Was Wowereit und Yzer allerdings für ein reales Problem halten, ist das aus ihrer Sicht zu gering entwickelte Bewusstsein der Berliner, wie wichtig Besucher für die Wirtschaft sind.

Nur sechs von zehn Berlinern bewerten den Tourismus demnach als wichtigen Wirtschaftsfaktor – obwohl inzwischen 275000 Berliner vom Tourismus lebten, der zehn Milliarden Euro Umsatz erziele. Daher wollen der Senat und Visit Berlin den Bürgern gerade im Jahr des auch touristisch wichtigen Mauerfall-Jubiläums die Vorzüge der Gäste anschaulicher vermitteln.

Der Tagesspiegel, [09.09.2014]

 
Am 9. November ist der 25. Jahrestag des Mauerfalls

"Dieser 9. November 1989 war und ist ein ganz besonderer Tag für Berlin, für Europa und die ganze Welt, die auf uns geblickt und gefragt hat: Wie fällt diese Mauer?", sagt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und präsentiert die Vorhaben der Stadt zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Zur offiziellen Feier im Schauspielhaus am 9. November um 16 Uhr werden als Hauptredner der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, sowie Michail Gorbatschow, Lech Walesa und der damalige ungarische Ministerpräsident Niklas Nemeth erwartet.

Vom 7. bis 9. November steht Berlin ganz im Zeichen einer zuversichtlichen Erinnerung an die Grenzöffnung, ihre Vorgeschichte und ihre Folgen. „Berlin, nun freue dich!“, hatte der damalige Regierende Bürgermeister Walter Momper ausgerufen – heute könnte es heißen: „Berlin, nun leuchte doch!“ Klaus Wowereit möchte das Ereignis mit Emotionen verbinden: „Licht ist Freude und Freiheit“. Der 9.11.89 sei ein Glückstag nicht nur für Berlin, sondern für die ganze Welt. Die Stadt erinnert daran wie berichtet mit einer temporären Lichtinstallation von rund 8000 Ballons, die an drei Tagen abends auf einer Strecke von 15 Kilometern den einstigen Mauerverlauf zwischen Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke markieren. Die runden Ballons mit 60 Zentimetern Durchmesser bestehen aus weißem Naturkautschuk und werden, mit Helium gefüllt, erleuchtet.

An jenem historischen Abend vor 25 Jahren, als die Ost-Berliner in den Westteil strömten, löste sich die Grenze auf, 2014 werden die Ballons von ihrem Haltestab und damit von der Batterie getrennt – und schon entschwebt die Erleuchtung in den Himmel. Jeder, der Lust hat, kann Ballonpate werden, eine Botschaft auf ein Kärtchen schreiben und seinen Traum mit dem Ballon auf die Reise schicken.

Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung

Der 9. November, ein Sonntag, beginnt mit einer Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung und der Eröffnung einer neuen Dauerausstellung in der Bernauer Straße. Zeitgleich mit dem offiziellen Festakt am Gendarmenmarkt gibt es ein Bürgerfest am Brandenburger Tor, bei dem die Staatskapelle und der Staatsopernchor unter der Leitung Daniel Barenboims Beethovens „Ode an die Freude“ intonieren. Ab 19 Uhr lassen dann tausende Ballonpaten ihre individuellen Botschaften in die Luft steigen. Die Brüder Christopher und Marc Bauder hatten die Idee dazu, einer von ihnen, Marc, montierte außerdem eine Filmcollage unter dem Titel „Mauerstücke“. Sie stellt Berlin-Bilder mit und ohne Mauer einander gegenüber. So entsteht ein spannendes Vorher-nachher-Panorama, das auch an wichtigen Punkten in der Innenstadt zu sehen sein wird.

Entlang der Lichtgrenze trifft der Besucher zudem alle 150 Meter auf ein Stück einer Open-Air-Ausstellung: „Hundert Mauergeschichten – Hundert Mal Berlin“ zeige „den Mut und die Kreativität derjenigen, die sich weigerten, das monströse Bauwerk als Normalität zu akzeptieren“, sagt Frank Ebert von der Robert-Havemann-Gesellschaft. Veranstalter des Ganzen ist die Kulturprojekte Berlin GmbH, und die Touristenwerber von Visit Berlin haben sich einen hübschen Slogan einfallen lassen: „Berlins spannendster Fall“.

Der Tagesspiegel, [08.09.2014]

 

 
Mode-Fans feierten die VOGUE Fashion’s Night Out 2014 in Berlin

Auf Einladung von VOGUE feierten tausende Berliner Mode-Fans die sechste VOGUE Fashion´s Night Out (VFNO) – die Einkaufsnacht, die alle internationalen VOGUE-Ausgaben weltweit zelebrieren. Über 125 exklusive Shops, Boutiquen und Luxus-Department-Stores hatten ihre Türen bis weit in die Nacht geöffnet und überraschten ihre Kunden mit besonderen Aktionen, Premieren, Limited Editions und kreativen Ideen. Auf Shopping-Tour in den Geschäften unterwegs war auch VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp mit ihrem Team, die dabei auch auf prominente Persönlichkeiten traf.

Einen besonderen Blickfang auf dem Kurfürstendamm bot der von VOGUE gebrandete Airstream: Aus dem amerikanischen Oldtimer-Wohnwagen heraus verteilten die Redaktionsmitglieder Popcorn und verkauften T-Shirts und Shopping-Bags zum Event. Außerdem dabei: die aktuelle September-Ausgabe von VOGUE, die mit dem Titelmotto "Shoppinglust" und einem 52-seitigen VFNO-Shopping-Supplement die perfekte Inspiration für die Mode-Nacht bot.

"Berlin ist eine der wichtigsten deutschen Modemetropolen und VOGUE Fashion´s Night Out hat hier mittlerweile Tradition. Es freut mich zu sehen, mit welcher Begeisterung die Berliner die Mode feiern und diesen Abend gemeinsam genießen", so Chefredakteurin Christiane Arp.

In diesem Jahr findet die VOGUE Fashion´s Night Out in über 18 Nationen mit mehr als 27 Partnerstädten statt. In Deutschland geht das Event heute Abend in die nächste Runde: Dann haben auch die Düsseldorfer Gelegenheit, bei der vierten VFNO am Rhein nach Lust und Laune bis weit nach offiziellem Ladenschluss zu shoppen.

"Shwe Shwe Poppis" und VFNO-Shopping-Bag: Shopping für den guten Zweck

Für Begeisterung bei den Fashion Fans sorgte auch der Verkauf der "Shwe Shwe Poppis" – Designerstoffpuppen im Patchwork-Stil aus Südafrika. Der Verkaufserlös der limitierten VFNO-Sonderkollektion, für die Stoffspenden von neun Modehäusern und Designern verarbeitet wurden, kommt dem Waisenhaus "Zola Crèche" in Soweto zugute. Der Erlös aus dem Verkauf der von VOGUE designten Shopping-Bag wird traditionell karitativen Einrichtungen in Berlin und Düsseldorf gespendet.

 
Wegen der Gema könnte es mit dem Straßenfest in Berlin jetzt vorbei sein

Nach 20 Jahren steht die Zukunft des traditionellen Musik-Straßenfestivals in Berlin auf dem Spiel. Schuld daran ist die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Sie stuft das öffentliche Fest der Musik künftig nicht mehr als Stadtfest ein, sondern als Konzert.

Dieser Tarif ist erheblich teurer und bedeutet für die Organisatoren eine Kostensteigerung von 63 Prozent. Das sind etwa 8 000 Euro mehr als bisher eingeplant und finanziert sind. Fast 20 Prozent den Gesamtbudgets würden nach dieser Abrechnung an die Gema fließen, bisher waren es maximal 10 Prozent, teilen die Organisatoren mit.

Öffentlich gefördert

„Mit dieser Erhöhung steht die Fête de la musique vor einem Problem“, sagt die Geschäftsführerin des Festivals, Simone Hofmann. Denn das Musikfest, das jedes Jahr am 21. Juni stattfindet, wird komplett aus öffentlichen Mitteln gefördert. Der Berliner Senat, genauer die Abteilung für Kulturelle Angelegenheiten von Kulturstaatssekretär Tim Renner, finanziert jährlich 24.200 Euro, die Lotto-Stiftung gewährt 88.000 Euro. Mehrausgaben sind nicht erlaubt. „Ein Posten für Unvorhersehbares ist nicht vorgesehen“, sagt Hofmann. Sie befürchtet, dass das Musikfest im kommenden Jahr nicht mehr finanzierbar sei.

Seit Mai 2014 verhandeln Gema und Veranstalter über eine Einigung. Die Organisatoren der Fête de la musique verweisen auf eine vereinbarte Summe von 7000 Euro, die Gema fordert hingegen künftig 20.000 Euro. „Es gab bisher keine Einigung“, sagt Hofmann. Auch ein Brief von Kulturstaatssekretär Tim Renner an den Gema-Vorstand in München brachte kein neues Ergebnis. Weitere Unterstützung kann Hofmann vom Land Berlin jetzt nichjt mehr erwarten. „Notfalls müssen die zusätzlichen Kosten aus dem bestehenden Budget erwirtschaftet werden“, sagte der Sprecher der Kulturverwaltung, Günter Kolodziej. Das lasse das Budget auch zu.

Hoffmanns letzte Hoffnung ist nun die Bewilligung eines Antrages bei der Lotto-Stiftung, die die anfallenden Mehrkosten übernehmen könnte. Am 24. September wird die Stiftung darüber entscheiden. „Sagt die Lotto-Stiftung Nein, gibt es in Berlin keine Fête de la musique mehr“, sagt Hofmann.

Seeed würden das Aus des Festivals bedauern

Das weltweite Musikfest findet in mehr als 520 Städten in 106 Ländern statt, 1982 zum ersten Mal in Frankreich. In Berlin wurde das musikalische Straßenfest am 21. Juni („umsonst und draußen“) seit dem Start im Jahr 1995 von Jahr zu Jahr populärer, immer mehr Menschen kamen, anfangs waren es 4000 Zuschauer, in den vergangenen Jahren um die 100.000.

In diesem Jahr spielten Musiker, Sänger, Bands und Orchester an 110 Orten in allen zwölf Bezirken. Zu den Höhepunkten zählte der Auftritt der Berliner Band Element of Crime mit Sven Regener. Mehr als 3000 Fans waren zum Konzert der Band am Oranienplatz in Kreuzberg gekommen. Im Mauerpark feierten etwa 15.000 Besucher.

Eine erste Reaktion kommt von der Band Seeed. Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die Musiker: „Wir selbst haben dreimal auf der legendären Mauerpark-Bühne im Rahmen der Fête de la musique gespielt, und diese Konzerte gehören zu den band-geschichtlichen Highlights und bleiben unvergesslich! Berlin würde ohne die Fête etwas fehlen.“

Berliner Zeitung, [02.09.2014]

 
Ab 18 Uhr droht Chaos

Der Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für den heutigen Montag aufgerufen hat, soll auch die Berliner S-Bahn lahmlegen. „Die S-Bahn wird einbezogen. Wir haben auch dort unsere Mitglieder dazu aufgerufen, die Arbeit zwischen 18 und 21 Uhr niederzulegen“, sagte Frank Nachtigall, der Vorsitzende des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, der Berliner Zeitung.

Die Züge sollen zum Streikbeginn am jeweils nächsten S-Bahnhof halten, damit die Fahrgäste aussteigen und sich andere Fahrmöglichkeiten suchen können. „Wir werden keine Fahrgäste in Geiselhaft nehmen“, so Nachtigall. Er ging am Mittag davon aus, dass der Großteil des S-Bahn-Verkehrs unterbrochen wird. Rund 80 Prozent des Fahrpersonals bei der S-Bahn sei in der GDL organisiert. „Wir haben in den vergangenen Jahren ordentlich dazu gewonnen“, sagte er.

Kritik, dass der Streik vor allem Berufstätige treffen wird, wies der GDL-Bezirksvorsitzende zurück. „In dieser Situation können wir keinen Bereich des Bahnverkehrs ausnehmen“, sagte er. Auch der Fern-, Regional- und Güterverkehr der Deutschen Bahn sei betroffen. Im Güterverkehr werden die Auswirkungen ebenfalls gravierend sein, denn an Montagen sind mehr Güterzüge unterwegs als sonst. „Durch die Wahl des Termins haben wir schon versucht, Rücksicht auf die Pendler zu nehmen. Um 18 Uhr sind viele schon zu Hause“, so Nachtigall.

Möglichst vor 18 Uhr Ziel erreichen

S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz riet den Fahrgästen, ihr Ziel heute möglichst vor 18 Uhr zu erreichen – oder auf Fahrten mit der S-Bahn zu verzichten. „Diesen Tipp können wir unseren Fahrgästen auf jeden Fall geben“, sagte er. Wie sich der Streik konkret auswirken wird, sei für die S-Bahn Berlin GmbH noch nicht abschätzbar. „Was im Einzelnen wo passieren wird, ist nicht absehbar. Es ist aber klar, dass die Auseinandersetzung bewusst auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden soll.“ Priegnitz empfahl den Betroffenen, sich Alternativrouten zu suchen. „Wir werden alle unsere Kommunikationskanäle befüllen. Die BVG ist die wichtigste Alternative. Sie ist von dem Streik der GDL-Mitglieder nicht betroffen und fährt normal.“

Der Warnstreik am heutigen Montag könnte nicht der letzte sein, drohte die Lokführer-Gewerkschaft. Wenn die Arbeitgeberseite kein diskussionswürdiges Angebot vorlegt, werde es „zeitnah“ weitere Arbeitsniederlegungen geben, sagte Nachtigall. „Wer uns kennt, der weiß, dass wir einen sehr langen Atem haben.“ 2008 hatte es lange Streiks gegeben, die auch den Berliner Bahn- und S-Bahnverkehr lahmlegten.

Berliner Zeitung, [01.09.2014]

 
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit tritt zum Ende des Jahres zurück

Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß hat bereits sein Interesse bekundet. Allerdings ist unklar, ob die CDU die Koalition fortführen wird. Die Grünen fordern Neuwahlen. Lesen Sie alle Ereignisse im Live-Ticker.

12.45 Uhr. Die Berliner Grünen-Politikerin Renate Künast pocht nach dem angekündigten Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters auf Neuwahlen. "Die Berliner müssen über die Zukunft Berlin selbst entscheiden dürfen", sagte Künast dem Tagesspiegel. Für ihre eigene Partei schloss Künast auch ein Schwarz-grünes Bündnis nicht aus. "Es wird mit uns keinen rot-grünen Automatismus gebe", sagte Künast. Klaus Wowereit warf sie vor "eine einzige Baustelle" zu übergeben, "vom BER bis hin zur Mietpreisbremse". Sämtliche Kernprobleme Berlins seien nicht gelöst.

12.30 Uhr. In Potsdam sortiert sich die Politik im neuen Landtag noch. Äußern will sich hier noch keiner, erst recht nicht Wowereits Amtskollege Dietmar Woidke. Die SPD will erst einmal die Rede des Regierenden hören, der sich um 13 Uhr äußern will. Auch die Linke schweigt. Sie telefonieren gerade hektisch mit Berlin, um eine gemeinsame Linie abzustimmen.

12.09 Uhr. Der Rücktrittstermin am 11. Dezember ist offenbar deswegen gewählt, weil dies der Tag der letzten Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses in diesem Jahr ist. Wenn sich die Koalition oder wer auch immer schon früher auf einen Nachfolger geeinigt hat, würde Wowereit auch früher zurücktreten, sagte Senatssprecher Richard Meng auf Anfrage. Auf die Frage der Nachfolge, sagte Meng, in jedem Fall müsse wohl ein Mitgliederentscheid über die Spitzenkandidatur erfolgen. Für Wowereit habe schon lange festgestanden, dass er nicht die volle Amtszeit Regierender bleiben wolle. Er habe aber gehofft, das erst später bekannt geben zu können.

12.05 Uhr. Dem Vernehmen nach will Klaus Wowereit in seiner Pressekonferenz um 13 Uhr auch mitteilen, wie er sich die Nachfolge im Amt des Regierenden Bürgermeisters vorstellt. Der SPD-Landeschef Jan Stöß steht dazu offenbar bereit, ob auch der SPD-Fraktionschef Raed Saleh oder Mitglieder des Senats kandidieren werden, ist noch offen. In Frage kämen Stadtentwicklungssenator Michael Müller, Arbeitssenatorin Dilek Kolat und der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum, dem allerdings der politische Rückhalt in der Berliner SPD fehlt.

Wowereit plant offenbar, seinen Nachfolger in der Abgeordnetenhaussitzung am 11. Dezember wählen zu lassen. Die CDU hat aber noch nicht bestätigt, für die rot-schwarze Koalition weiter zur Verfügung zu stehen. Die Grünen fordern bereits Neuwahlen. Demnach kommt ein fliegender Wechsel zu einem rot-grünen Regierungsbündnis mit einer Stimme Mehrheit nicht in Frage.

12.00 Uhr. Heinz Buschkowsky (SPD), Bezirksbürgermeister von Neukölln, möchte sich derzeit nicht zum Rücktritt Wowereits äußern. Sein Parteikollege Matthias Köhne (SPD), Bezirksbürgermeister in Pankow, sagte: "Es gab ja schon in den vergangenen Wochen eine öffentliche Debatte darüber dass es Entscheidungen in der SPD geben muss. Es ist immer gut wenn man solche Entscheidungen selbst trifft."

11.56 Uhr. Wissen Sie noch, wie es damals losging? Am 16. Juni 2001 hatte Klaus Wowereit seinen ersten Arbeitstag als Regierender Bürgermeister von Berlin.

11.50 Uhr. Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh will zum Rücktritt Wowereits erst am frühen Nachmittag ein Statement abgeben, teilte die Pressestelle der Abgeordnetenhausfraktion mit. Ob er sich auch um die Nachfolge für das Amt des Regierenden Bürgermeisters bewerben will, ist derzeit noch unklar. Bewerben will sich offensichtlich Jan Stöß: Nach Tagesspiegel-Information will der Landesvorsitzende der SPD dies dem Landesvorstand am Nachmittag vorschlagen.

11.46 Uhr. Die Grünen fordern Neuwahlen in Berlin. Die Fraktionsvorsitzende Ramona Pop sagte dem Tagesspiegel: "Denn es wäre angemessen und richtig, dass die Berliner entscheiden, wer die Stadt weiter regiert. Es kann nicht sein, dass SPD und CDU dies untereinander ausmachen."

Darüber hinaus äußerte Pop "Respekt vor der Entscheidung Wowereits, er hat seine Verdienste für die Stadt, aber hinterlässt nun auch ein schweres Erbe. Damit meine ich nicht nur den Flughafen BER."

11.36 Uhr. Klaus Lederer, Landesvorsitzender der Linken in Berlin, spekulierte über ein mögliches Ende der Koaltion aus SPD und CDU: "Es ist ja bekannt, dass diese Stadt seit geraumer Zeit grottenschlecht regiert wird und der Vorrat an Gemeinsamkeiten zwischen SPD und CDU aufgebraucht ist."

11.30 Uhr. "Das klärt jetzt viel, die Entscheidung müssen wir respektieren, es gab parteiintern eh viele Diskussionen in den letzten Monaten", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Spandau / Charlottenburg-Nord, Swen Schulz. "Wichtig ist jetzt, dass schnell eine stabile Entscheidung in der SPD über die Nachfolge gefällt wird. Und die CDU muss rasch entscheiden, ob sie die Koalition mit der SPD in Berlin fortsetzen will. Die Stadt muss stabil weiterregiert werden."

11.22 Uhr. Martin Delius von der Piratenpartei und Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses, äußerte sich auf Twitter zum Wowereit-Rücktritt. "Nicht die Zeit für Schadenfreude. Wir haben einen Haushalt zu machen. Auf wenn können sich SPD/CDU einigen? Gab es Vorgespräche?

11.15 Uhr. Die Nachricht machte am Dienstagvormittag die Runde: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will offenbar zum Jahresende zurücktreten. Das erfuhr der Tagespiegel am Dienstag aus Senatskreisen, nachdem zuvor verschiedene Medien darüber berichtet hatten.

Ein SPD-Kreisvorsitzender bestätigte dem Tagesspiegel, Wowereit werde heute um 13 Uhr bekannt geben, dass er "Mitte Dezember" zurücktreten wird. Dies hat Wowereit dem Landesvorsitzenden Jan Stöß mitgeteilt. Ab 15 Uhr tagt der SPD-Landesvorstand, um alles weitere zu besprechen.

Die SPD Bundestagsabgeordnete Eva Högl sagte dem Tagesspiegel: "Das ist doch in Ordnung. Das bringt Bewegung in die Sache." Högl hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, dass sie selbst nicht als Spitzenkandidatin zur Verfügung steht.

Nachfolger will offensichtlich Jan Stöß werden, nach Tagesspiegel-Information will der Landesvorsitzende der SPD dies dem Landesvorstand am Nachmittag vorschlagen.

Der neue Regierende Bürgermeister soll in der Abgeordnetenhaussitzung am 11. Dezember gewählt werden.

Der Tagesspiegel, [26.08.2014]

 
Umbau des Steglitzer Kreisel

Der Chef der CG Immobilien Gruppe, Christoph Gröner, weist den Verdacht zurück, sich mit dem Kauf und Umbau des Steglitzer Kreisels zu einem Wohnhochhaus zu übernehmen. „Vom Finanzvolumen her gibt es kaum ein Bauprojekt, das uns schreckt“, sagte der Unternehmer im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Das gelte auch für die geplante Investition von 178 Millionen Euro für den Kreisel. Davon werden nach Auskunft Gröners 69 Millionen Euro für die Sanierung des Turms, 20 Millionen Euro für sämtliche Fassaden und der Restbetrag für den Ankauf und die Sanierungsmaßnahmen im Gewerbe- und Sockelbereich sowie der Hoch- und Tiefgarage benötigt.

Mit Vertrag vom Juli 2013 hatte die CG Gruppe bereits die Sockelgeschosse inklusive Garagen gekauft.

Dieser Bereich gehörte bis dahin der privaten Unternehmensgruppe Becker & Kries. Dagegen gerieten die Verhandlungen mit dem landeseigenen Liegenschaftsfonds über den Kauf des Hochhauses, das seit 2007 leer steht und mit öffentlichen Mitteln vom Asbest befreit werden muss, vorerst ins Stocken. Die Chefin des Liegenschaftsfonds, Birgit Möhring, begründete dies – wie berichtet – damit, dass das Vorhaben „so anspruchsvoll und kostspielig“ sei, dass eine „nachweisbar seriöse“ Finanzierung vorliegen müsse. Am Ende dürfe keine Bauruine stehen bleiben. Der Verhandlungspartner Gröner hält es für selbstverständlich, dass der Liegenschaftsfonds die Bonität von Immobilienkäufern gründlich prüfe, aber: „Unser Finanzierungskonzept für den Umbau des Hochhauses steht, mit Unterstützung eines örtlichen Kreditinstituts. Binnen 14 Tagen könnten wir drei Millionen Euro Anzahlung auf den Tisch legen und eine Bürgschaft für den Restkaufpreis leisten“.

Die CG Gruppe sei mit solchen Summen, wie sie für den Kreisel benötigt würden, geschäftlich seit vielen Jahren vertraut, versicherte Gröner. Sein Unternehmen sei einer der großen Projektentwickler in Deutschland und habe allein in Berlin in den letzten zwei Jahren über 700 Wohnungen gebaut, 300 Wohnungen stünden unmittelbar vor der Fertigstellung und weitere 700 Wohnungen befänden sich im Bau. Das Projekt Steglitzer Kreisel, der zu einem Wohnturm umgebaut werden soll, „würde ich gern im friedlichen Einvernehmen mit dem Land Berlin realisieren“, sagte Gröner. Es solle ein Wohnort „für alle“ werden, für Familien, Studierende und Rentner „bis hin zum Millionär in den oberen Etagen“.

Liegenschafts-Chefin bestätigt: Es gibt zweiten Interessenten

Dass sich die Asbestsanierung des Kreisels, für die der Senat zuständig ist, wegen einer rechtswidrigen Ausschreibung um eineinhalb Jahre verzögert, sieht Gröner gelassen. „Dann wird es halt ein Jahr später mit dem Umbau.“ Zu potenziellen Konkurrenten beim Kauf des Hochhauses will sich der ansonsten auskunftsfreudige Unternehmer nicht äußern. Liegenschafts-Chefin Möhring hatte dem Tagesspiegel bestätigt, dass es einen zweiten Interessenten gibt. Dem Vernehmen nach handelt es sich um die Starwood Gruppe, ein weltweit agierender, finanzstarker US-Fondsinvestor, dem große Hotelketten wie Sheraton oder Westin gehören. In Berlin betreibt Starwood bisher nur ein Hotel – das Westin Grand in der Friedrichstraße.

Liegenschafts-Chefin Möhring wies aber daraufhin, dass im Turm des Kreisels Wohnungen entstehen sollen. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf sei da eindeutig positioniert. Im Herbst 2007 zog das Bezirksamt wegen der Asbestbelastung des Gebäudes aus. Seitdem suchte der Senat händeringend nach einem Käufer, gelegentlich wurde auch über einen Abriss des fast 120 Meter hohen Turms nachgedacht. Vor zwei Jahren wollte eine Investorengruppe aus Katar das marode Hochhaus durch einen Neubau mit 30 Etagen ersetzen. Auch die Asbestsanierung verzögerte sich immer wieder. Bis Frühjahr 2016 soll der Kreisel endlich schadstofffrei sein.

Der Tagesspiegel, [25.08.2014]; Foto: Promo

 
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Wohnen in Berlin wird immer teurer

Wer im vergangenen Jahr eine neu gebaute Wohnung in Berlin angemietet hat, musste dafür im Schnitt 10,80 Euro je Quadratmeter (kalt) bezahlen – acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus der am Mittwoch präsentierten Studie „Die Immobilienmärkte in der Metropolregion Berlin-Potsdam“ hervor, die das Analysehaus Bulwiengesa im Auftrag der Berliner Volksbank und der Hochtief Projektentwicklung erstellt hat.

Berlin ist weiter beliebt. „Der bereits seit einigen Jahren zu beobachtende Trend zurück in die Stadt hat sich weiter verstärkt“, sagte Gordon Gorski, Niederlassungsleiter von Hochtief Projektentwicklung.

Mietanstieg wird sich fortsetzen

Der Mietanstieg wird sich der Studie zufolge in diesem Jahr fortsetzen. Wer 2014 in Berlin eine neu errichtete Wohnung als Erstmieter bezieht, wird im Schnitt 11,13 Euro je Quadratmeter zahlen müssen. Zum Vergleich: In Potsdam wurden neu errichtete Wohnungen im vergangenen Jahr für durchschnittlich 10,20 Euro je Quadratmeter vermietet, in diesem Jahr erwartet Bulwiengesa dort einen Anstieg auf 10,51 Euro je Quadratmeter.

Eigentumswohnungen in Neubauten kosteten in Berlin im vergangenen Jahr im Schnitt 3700 Euro je Quadratmeter, in Potsdam 3400 Euro. Bulwiengesa rechnet damit, dass die Quadratmeterpreise in diesem Jahr in Berlin im Schnitt auf 3889 und in Potsdam auf 3568 Euro anziehen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies in Berlin einen Anstieg um zirka 11 Prozent und für Potsdam um etwa 9,8 Prozent.

Andere Städte noch teurer

Wer sich Wohneigentum zulegen will, muss in Berlin und Potsdam in Bezug auf das Jahreseinkommen weniger bezahlen als in anderen Städten. So müssen laut der Studie Käufer in Potsdam für den Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich 6,5 Jahres-Durchschnittsgehälter aufbringen, in Berlin sind es 7,8-Jahres-Durchschnittsgehälter. In München (11,7), Frankfurt am Main und Stuttgart (beide 8,7) liegen die Werte deutlich höher. Hamburg (7,9) rangiert in etwa auf Berliner Niveau.

In der Metropolregion Berlin-Potsdam sind laut Bulwiengesa seit 2011 bis 2018 Bauprojekte im Wert von 26,1 Milliarden Euro geplant. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, in dem die Vorhaben für den Zeitraum von 2010 bis 2017 erfasst wurden, sind damit Projekte im Wert von 3,7 Milliarden Euro hinzu gekommen. Ein Teil der Vorhaben ist in Bau, ein anderer Teil bereits fertiggestellt oder noch in Planung.

Mit 66 Prozent entfällt der Großteil der geplanten Neubauflächen in Berlin auf das Wohnsegment. Das entspricht einem Plus von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verfügbare Flächen im Zentrum werden jedoch knapp. Die Projektentwickler weichen deswegen verstärkt auf Bezirke wie Lichtenberg und Treptow-Köpenick aus.

Nach Wohnungen werden am zweithäufigsten Büros gebaut. Der Anteil der Büros an den geplanten Projekten hat sich jedoch verringert. Die Studie erwartet eine weitere Verknappung mit steigenden Mieten. „Jetzt achtet auch mal auf den Büromarkt“, empfiehlt Bulwiengesa-Chef Andreas Schulten.

Berliner Zeitung, [20.08.2014]

 
Großer Mal- und Bastelwettbewerb zum Schulbeginn bei KARSTADT Berlin Schlossstraße

Liebe Kinder, jetzt könnt ihr richtig kreativ werden. Malt, klebt und bastelt die schönste Schultüte. Einfach den Teilnahmebogen ausdrucken und loslegen. Das fertige Kunstwerk könnt ihr bis zum 30. August 2014 in die Gewinnbox in der Spielwarenabteilung (2. OG) einwerfen.

Unsere Jury wählt die fünf schönsten Bilder aus und die Sieger gewinnen je eine prall gefüllte Schultüte im Wert von 100 Euro.

Sei kreativ und mach mit!

Teilnehmen können alle ABC-Schützen des Jahres 2014. Die Gewinner bzw. deren Erziehungsberechtigte werden von uns schriftlich/per E-Mail informiert und zur Gewinnübergabe bei uns eingeladen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Karstadt Warenhaus GmbH und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen.

- Teilnahmebogen zum Ausdrucken

- Informationsflyer zum Download

 
Weil der Pay-TV-Sender Sky seine Preise für Kneipen und Restaurants erneut deutlich steigert, kündigen viele Sportbars in Berlin ihr Abo

Auf das Unternehmen Sky ist Andreas Eggerstorfer gerade gar nicht gut zu sprechen: „Das ist eine bodenlose Frechheit“, poltert der Eigentümer der Bilderpinte in Prenzlauer Berg. „Am Anfang habe ich noch 190 Euro für das Abonnement gezahlt, letztes Jahr waren es dann auf einmal um die 350, und jetzt wollen die 528 Euro im Monat von mir.“ Eggerstorfer blieb nichts anderes übrig, als sein Abo zu kündigen – die Bilderpinte bietet nach wie vor nur 24 Sitzplätze, und die 180 Euro Mehrkosten im Monat auf seine Gäste umzulegen findet Eggerstorfer auch nicht fair. In Zukunft gibt es in seiner Kneipe also keinen Fußball mehr zu sehen, abgesehen von frei empfangbaren Länder- und Champions-League-Spielen.

Und damit liegt er im Trend: Zumindest die Kneipen- und Restaurantbesitzer, bei denen der Tagesspiegel nachgefragt hat, haben ihr Abonnement bei Sky schon gekündigt oder haben das zumindest vor. Laut der Internetseite des Landes gibt es zur Zeit in Berlin noch 510 sogenannte Sky-Sportbars. In der neuen Saison werden es vermutlich weniger sein.

118 Prozent mehr innerhalb eines Jahres

Das Gaffel Haus in Mitte wird man dann jedenfalls vergeblich suchen. „Der Preis ist innerhalb eines Jahres um 118 Prozent gestiegen“, sagt Geschäftsführer Heiko Lockenvitz, „auf mittlerweile 15 882 Euro im Jahr“. Schon vor der vergangenen Saison hatte Sky sein Preissystem umgestellt, was für viele Wirte teils drastische Erhöhungen bedeutete – der jeweilige Tarif richtet sich unter anderem nach der Größe des Betriebs.

„Im Durchschnitt muss ein Gastronomiebetrieb in der kommenden Saison etwa 30 Prozent mehr zahlen als in der vorangegangenen“, sagt eine Sky-Sprecherin dem Tagesspiegel. Sie erklärt die Preissteigerung unter anderem mit den gestiegenen Kosten, die der Bezahlsender für Programmlizenzen und für die eigenen Produktionen und Übertragungen aufwenden müsse.

„Die können machen, was sie wollen, sie haben ja das Monopol in dem Bereich“, kontert Heiko Lockenvitz. Der Gaffel-Haus-Geschäftsführer hat den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) informiert und hofft, so Druck aufzubauen. Dehoga-Mitglieder erhalten aufgrund eines Vertrags mit Sky zumindest etwas Rabatt, doch der Berliner Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder sagt: „Die Stimmung unter den Mitgliedern ist nicht gut, es haben sich schon mehrere beschwert.“ Für Gastronomiebetriebe sei es ein zusätzliches Ärgernis, dass Champions-League-Spiele regelmäßig im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen seien.

"Keiner schaut in der Kneipe Tennis oder Golf"

Noch hat Phiru Thurairajah keinen Brief von Sky bekommen, doch das kann nicht mehr lange dauern, sagt der Store Manager des Playoff in den Potsdamer Platz Arcaden. Weil das Playoff mehrere Kneipen in Berlin und anderen Städten unterhält, hofft er auf eine bessere Verhandlungsbasis. „Ansonsten werden wir wohl eine Sammelkündigung an Sky schicken.“ Etwa 80 der 120 Gäste an einem Samstagnachmittag kämen zwar wegen des Fußballs, trotzdem müsste er in Zukunft doppelt so viel umsetzen wie bisher, damit sich der höhere Preis überhaupt rechnet. „Wie soll das gehen? Da spare ich mir lieber ein paar Tausend Euro im Jahr.“

Zwar verweist Sky immer wieder darauf, dass es sein Angebot ständig weit über den Fußball hinaus ausbaue, doch das hilft Andreas Eggerstorfer aus Prenzlauer Berg nicht: „Es kommt ja keiner in eine alt-Berliner Kneipe, um Tennis oder Golf zu schauen.“ Er ärgert sich, dass es Sky für Privatkunden seit vier Jahren zum unveränderten Preis gibt, während Kneipiers immer mehr zahlen müssen.

Sky will in Kneipensparte wachsen, nicht schrumpfen

Schon lange hält sich nämlich unter Gastronomen das Gerücht, Sky ziehe bewusst die Preise für Kneipenwirte an, um den Verkauf an Privatpersonen anzukurbeln. Die Sky-Sprecherin widerspricht entschieden: „Das Geschäft mit den Gastwirten ist für uns eine wichtige Sparte, in der wir auch weiter wachsen wollen.“ Nicht ohne Grund habe Sky die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich zuletzt aufgestockt. Im vergangenen Jahr sei trotz der Preisumstellung die Zahl der Gastronomiekunden um etwa 12 Prozent gestiegen, und auch für die kommende Saison geht sie von einem Wachstum aus.

„Die ständigen Preiserhöhungen sind unverschämt, schon die letzte war heftig“, sagt hingegen Horst Winter, Inhaber des Restaurant-Biergartens Filouu in Steglitz. Er fordert alle Berliner Gastwirte auf, sich zu vernetzen und geschlossen zu kündigen. „Das wäre mal eine Hausnummer, darauf müsste auch Sky reagieren.“

Und bis dahin hilft wohl nur, was sich Lockenvitz vom Gaffel Haus überlegt hat: „Bei uns läuft jetzt wieder jeden Samstagmittag die Radiokonferenz und um 18 Uhr dann die Sportschau – so wie früher.“

Der Tagesspiegel, [30.07.2014]

 
VOGUE lädt in Berlin am 4.9.2014 zur Fashion’s Night Out 2014

Im September lädt VOGUE unter dem Motto "A Global Celebration of Fashion" wieder weltweit Modefans zur VOGUE Fashion’s Night Out (VFNO) ein. Zum bereits sechsten Mal initiieren die internationalen Ausgaben von VOGUE ein globales Shopping-Event der Superlative in über 18 Ländern.

In Deutschland wird die Einkaufsnacht am 4. September in Berlin und am 5. September in Düsseldorf stattfinden. Auf Initiative von VOGUE werden in den beiden Partnerstädten rund 250 exklusive Shops, Boutiquen und Luxus-Department-Stores bis tief in die Nacht hinein geöffnet haben und die Kunden mit besonderen Aktionen, Weltpremieren, Limited Editions und kreativen Ideen überraschen.

VFNO 2014 lokal und digital: viele neue Partner und ausgewählte Online-Shops

Besonders interessant für alle Fashion-Fans, die es zum Shoppen weder in die Hauptstadt noch in die Rheinmetropole schaffen: Bei der VFNO 2014 kann diesmal ganz Deutschland dabei sein. Denn erstmals sind auch ausgewählte Luxus-Online-Stores wie mytheresa.com, stylebop.com und vestiairecollective.de Teilnehmer des Shopping-Events und überraschen VOGUE-Leserinnen beim Einkauf mit besonderen Aktionen und Giveaways.

In Berlin werden sich rund 125 Designer-Stores und Labels an der Modenacht beteiligen. Neben etablierten Partnern aus den vergangenen Jahren wie Brunello Cucinelli, Dior, Dorothee Schumacher, Gucci, Louis Vuitton, Michalsky, Prada und dem Luxus-Kaufhaus KaDeWe zählt 2014 auch die neu eröffnete Concept Mall Bikini Berlin dazu. Auch in Düsseldorf, wo die VOGUE Fashion’s Night Out rund um die Königsallee stattfinden wird, gibt es neue Teilnehmer: So wird der Kö-Bogen mit Geschäften wie Breuninger, Joop und Porsche Design VFNO-Premiere feiern. Partner vor Ort sind außerdem erneut Apropos, Chanel, Boss, Max Mara, Peek & Cloppenburg und Jades. Die Parfümerie Douglas wird mit mehreren Filialen in beiden VFNO-Städten vertreten sein. Hauptsponsor Mercedes-Benz sorgt mit seinem exklusiven Shuttle Service für einen komfortablen Transfer zwischen den Shopping-Hotspots in Berlin und Düsseldorf. Parfum-Sponsor Narciso Rodriguez wird bei der VFNO 2014 seinen neuen Duft präsentieren.

Hilfe für Waisenkinder in Soweto: VFNO-Charity-Projekt "Shwe Shwe Poppis"

Mittlerweile sind sie zum Kultobjekt der VOGUE Fashion’s Night Out avanciert und werden auch in diesem Jahr wieder für einen guten Zweck verkauft: die "Shwe Shwe Poppis" – Stoffpuppen im Patchwork-Stil, die in Soweto, den South Western Townships im südafrikanischen Johannesburg, nach Zeichnungen von Waisenkindern aus Stoffresten genäht werden.

Ebenfalls bei den Partnern der VFNO in diesem Jahr erhältlich: die limitierte und von VOGUE designte VFNO-Shopping-Bag, die während der Shopping-Nacht verkauft wird. Auch ihr Erlös wird traditionell an karitative Einrichtungen gespendet.

Zur Einstimmung: VOGUE.DE zeigt VFNO-Impressionen und -Videos aus 2013

Traditionell mischen sich zur VFNO auch Designer, Models und Mode-VIPs unter die Shopping-Fans. Alle Modebegeisterten, die sich schon jetzt auf das Event einstimmen wollen, bietet die deutsche VFNO-Website Impressionen und Videos aus den vergangenen Jahren. Ab Mitte August werden hier auch alle Neuigkeiten zum Event in diesem Jahr zu finden sein.

Around the world: Fashion’s Night Out 2014 als globales Shopping-Event

Teilnehmerländer der VOGUE Fashion’s Night Out 2014 in diesem Jahr sind unter anderem Australien (Sydney), Brasilien (u. a. Rio de Janeiro, Curitiba, São Paulo), China (Shanghai, Beijing, Chengdu, Hangzhou), Frankreich (Paris), Indien (Mumbai), Italien (Rom und Mailand), Japan (Tokio und Osaka), Kasachstan (Almaty), Mexiko (Mexiko-Stadt), die Niederlande (Amsterdam), Russland (Moskau und St. Petersburg), Spanien (Madrid), Südkorea (Seoul), Taiwan (Taipeh), Thailand (Bangkok), Türkei (Istanbul) und Großbritannien (London).

 
Seit Jahren steht in Berlin-Steglitz der Steglitzer Kreisel leer

Die Asbestsanierung des Steglitzer Kreisels verzögert sich beträchtlich – und damit der Umbau zu einem schicken Wohnhochhaus. Eigentlich sollten die Schadstoffe in dem 118 Meter hohen Gebäude am südlichen Ende der Schloßstraße bis Januar 2015 beseitigt sein. Aber jetzt musste aus vergaberechtlichen Gründen die Sanierung der Obergeschosse neu ausgeschrieben werden. Die Arbeiten werden wohl bis April 2016 dauern.

Die CG-Gruppe, eine europaweit agierende Immobilien-Holding, muss deshalb ihre Pläne neu sortieren. Das Unternehmen will nämlich 178 Millionen Euro investieren, um den Kreisel in einen „City Tower“ mit 182 Wohnungen des gehobenen Bedarfs zu verwandeln.

Mit Loggien und Balkonen, Fußbodenheizung und italienischen Fliesen. Die Bauarbeiten sollten im März 2015 beginnen und im November 2017 beendet werden, um das Hochhaus dann schlüsselfertig und voll vermietet weiterzuverkaufen.

Ohne eine komplette Schadstoffsanierung wird der Kreisel nicht bewohnbar

Jürgen Kutz, Geschäftsführer der CG- Gruppe, wollte sich am Dienstag nicht darauf festlegen, in welchem Umfang sich der Umbau des Kreisels zu einem Wohnhochhaus verzögern könnte. Er verwies im Gespräch mit dem Tagesspiegel auf die „zwischen allen Beteiligten vereinbarte Vertraulichkeit“. Natürlich gebe es „Abhängigkeiten“ zur laufenden Schadstoffbeseitigung. „Eventuell können wir aber in bestimmten Bereichen mit dem Umbau beginnen, bevor die Sanierung beendet ist“, lautet Kutz’ Prognose.

Klar ist jedoch, dass der Kreisel ohne eine komplette Schadstoffsanierung nicht bewohnbar wird. Verantwortlich für die Asbestbeseitigung ist das Land Berlin. Noch vor einem Jahr hatte die Finanzverwaltung des Senats stolz mitgeteilt, dass sich die Kosten der Asbestbeseitigung dank der EU-weiten Ausschreibung und eines „durchdachten Sanierungskonzepts“ von 31 auf 20 Millionen Euro senken ließen. Allerdings wusste die Finanzbehörde damals schon, dass es Probleme geben könnte, weil sich ein unterlegener Bewerber bereits im Januar 2013 bei der Vergabekammer des Landes Berlins beschwert hatte.

Die Planung verzögert sich um fast eineinhalb Jahre

Die zuständige Abteilung der Vergabekammer ließ den Fall jedoch untätig liegen, weil sie seit Frühjahr 2013 über kein Personal verfügte. Der Beschwerdeführer, die Firma H., zog daraufhin vor das Kammergericht. In einem Beschluss vom 20. Februar 2014 rügten die Richter, dass die Vergabekammer „die Aufnahme ihrer Amtstätigkeit in durchaus rechtsstaatswidriger Weise verweigert hat“. Außerdem hob das Gericht die Vergabe der Sanierungsarbeiten durch die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die für den Kreisel als öffentliches Gebäude zuständig ist, teilweise auf.

Die Begründung: Es habe eine „unzulässige Doppelbewerbung“ für die zwei Baulose gegeben. Für das deutlich größere Los 2 (Regel- und Technikgeschosse) hatte sich eine Bietergemeinschaft beworben und den Zuschlag erhalten, die fast identisch war mit dem Bewerber für das Los 1 (Untergeschosse). Wegen dieses Urteils schrieb die BIM den zweiten Teil des Sanierungsauftrages in diesem Monat neu aus. Zumal die Firma H., die nach ihrer erfolgreichen Beschwerde als neuer Sanierer hätte einspringen können, Insolvenz angemeldet hat. Das bestätigte die Sprecherin der BIM, Katja Cwejn.

Nach der Neuvergabe der Sanierung in den Obergeschossen des Kreisels sollen die Arbeiten im September beginnen und im April 2016 abgeschlossen sein. Dadurch verzögert sich die Planung um fast eineinhalb Jahre. Bisher sind nur die Sockelgeschosse des Hochhauses bis zur dritten Etage und das Treppenhaus saniert. In den Obergeschossen müssen noch 1500 Tonnen gesundheitsgefährdende Materialien und 1400 Tonnen normaler Bauschutt herausgeklopft werden. Die veranschlagten Gesamtkosten für die Asbestbeseitigung von 20 Millionen Euro seien „noch aktuell“, sagte Cwejn.

Hintergrund:

Mit dem Bau des Steglitzer Kreisels nach den Plänen der Architektin Sigrid Kressmann- Zschach wurde 1968 begonnen. Wenig später geriet das Projekt wegen explodierender Baukosten in die Schlagzeilen, der Bauträger ging pleite und im Zuge der Affäre trat der damalige Finanzsenator Heinz Striek (SPD) zurück. Das Hochhaus, das seit Fertigstellung 1980 dem Land Berlin und dem Immobilienkonzern Becker & Kries gehört, beherbergte bis 2007 das Bezirksamt Steglitz- Zehlendorf. Wegen der Asbestbelastung zog die Behörde aus, seitdem steht der Kreisel leer und wird jetzt erst saniert.

Der Tagesspiegel, [30.07.2014]

 

 
Berlin jubelt zur WM 2014

Am Sonntag ist es so weit: Die deutsche Elf spielt in Rio um den WM-Titel. Nun wurde bekannt gegeben, dass das Team danach auf der Fanmeile in Berlin feiern will - aber nur, falls die Mannschaft den Pokal im Gepäck hat.

Es war der definitiv letzte Akt des Sommermärchens: mit Gänsehautfeeling, unglaublicher Begeisterung, aber auch Tränen. Schließlich war der Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 – wie gerade Brasilien – im Halbfinale ausgeschieden und „nur“ Dritter geworden und der Bundestrainer der Herzen, Jürgen Klinsmann, verabschiedete sich kurz darauf.
Trotzdem hat Fanmeilen-Veranstalter Willy Kausch den Empfang für die Nationalelf auf der Berliner Fanmeile vor acht Jahren in guter Erinnerung. Und freut sich über die Nachricht des DFB: Im Fall eines WM-Finalsieges der deutschen Elf wollen die Spieler kommenden Dienstag am Brandenburger Tor den Jubel der Fans entgegennehmen.

Veranstalter haben Genehmigung, die Fanmeile zu verlängern

Senatssprecher Richard Meng ist optimistisch: „Ganz Berlin würde sich freuen“, sagt er. Nicht nur Berlin, meint Willy Kausch. 2008, nach der Fußball-Europameisterschaft, gab es ebenfalls einen Empfang, da war Deutschland Zweiter und Löw schon Trainer – es müsste jetzt also die Steigerung kommen, wünscht sich der Fanmeilen-Veranstalter. Die Fanmeile schließt regulär nach dem Finalspiel am Sonntag. Organisatorische Probleme sieht Kausch aber nicht: „Wir haben Genehmigung, die Fanmeile bis Dienstag zu verlängern“, sagt er. Und freut sich, dass es diesmal, anders als 2006 eine klare Ansage vom DFB gibt: Die Elf kommt nur, wenn sie gewinnt.

Kommen die Toten Hosen?

Kausch erwartet die Jungs im Fall der Fälle am Dienstag zwischen 12 und 14 Uhr und hat bereits mit seinen Partnern Vorbereitungen beraten. Zwar wurde die Meile schon zum Halbfinale um 500 Meter verlängert, aber da kamen wegen des Regens nur etwa 150 000 Fans. Am Sonntag und Dienstag könnten es viel, viel mehr werden, zumal da bislang endlich mal kein Regen angesagt ist.
„Für den Empfang müssen wir die Bühne umbauen“, sagt Kausch. Auch ein musikalisches Rahmenprogramm wird geplant. Allerdings hoffe man da auf die Hilfe von Medienpartnern wie ARD und ZDF. „Die haben andere Mittel und Möglichkeiten“, sagt Kausch: „Die Toten Hosen mit ,Tage wie diese‘ – das wärs doch.“

Für das Finale am Sonntag steht zusätzliches Personal bereit

Aber auch die Sicherheit darf nicht zu kurz kommen. Zum Spiel gegen Argentinien am Sonntag, Beginn: 21 Uhr, stellen die beteiligten Behörden schon mal zusätzliches Personal bereit. Im Lagezentrum vor Ort wird entschieden, ob und wann die Fanmeile aus Sicherheitsgründen wegen Überfüllung geschlossen wird. Anja Marx vom Veranstalter rät den Fans, möglichst schon am Nachmittag zu kommen. Abends könnte es zu spät sein. Fest steht inzwischen, dass nach Ende des Spiels ein großes Feuerwerk gezündet wird.

Am Sonntag soll es sonnig und warm werden. Deshalb rechnen die Sanitäter vom DRK mit weit mehr Hilfseinsätzen als beim verregneten Halbfinalspiel gegen Brasilien. 120 Helfer seien da, "zusätzliche Kräfte in Reserve", sagte DRK-Sprecher Rüdiger Kunz. Vier Behandlungszelte sind über die Strecke verteilt aufgebaut. Dazwischen laufen 16 Helfer-Teams Streife. Beim Brasilien-Spiel gab es 86 kleinere Hilfseinsätze und fünf Notfälle. Letzteres betraf vor allem Menschen mit akuten Kreislaufproblemen oder Kontrollverlust nach zuviel Alkohol.

Beim Brasilien-Spiel gab es 86 kleinere Hilfseinsätze und fünf Notfälle

Vor allem junge Frauen würden auf die Fanmeile gehen, ohne vorher etwas zu trinken, weil sie sich vor öffentlichen Toiletten fürchteten, erzählt Kunz. Dann besteht die Gefahr, dass sie dehydrieren und zusammenbrechen. Häufiger registriert würden auch Fußverletzungen, wenn Fans in Badelatschen oder Sandalen auf die Meile gehen. Wichtig seien auch Kopfbedeckung und Sonnencreme. Das Publikum habe ein Lob verdient, findet Kunz. "Die Besucher sind im Vergleich zu 2006 und 2010 überraschend diszipliniert."

Der Fahrgastverband Igeb fordert, dass BVG und S-Bahn vor allem nach Spielschluss auf den wichtigsten Linien mehr Busse und Bahnen einsetzen – auch für die Besucher in der Alten Försterei, in der ebenfalls ein Public Viewing stattfindet. Die BVG werde ihre Betriebszeiten auf mehreren Linien verlängern, sagte Sprecher Markus Falkner. Ein Bahnsprecher verwies darauf, dass die S-Bahn schon bei den bisherigen Spielen mehr Züge eingesetzt habe. Gefahren werde auch am Sonntag bis 1.30 Uhr. Nach Ansicht der Igeb sollten Veranstalter verpflichtet werden, mit den Verkehrsunternehmen im Voraus ein Konzept zu entwickeln – für die nächsten Sommermärchen.

Der Tagesspiegel, [10.07.2014]

 

 
100.000 Menschen waren beim Halbfinale auf der Straße des 17. Juni

Zum Endspiel am Sonntag werden deutlich mehr Fans erwartet. Eine Verlängerung bis Dienstag ist noch offen.

Nach holprigem Start entwickelt sich die Fanmeile doch noch zum Schauplatz für das Sommermärchen 2014. Der Torrausch im Brasilien-Spiel übertrug sich auf die feiernde Meute vor den Videowänden. 100 000 Menschen sahen nach Angaben der Veranstalter das Spiel, es hätten deutlich mehr sein können, hätte es am Nachmittag keine Unwetterwarnung gegeben.

Doch Halbfinale war am Dienstag, jetzt bereiten sich alle Beteiligten auf das Finalspiel am Sonntag vor.

Dann wird die rund 1,3 Kilometer lange Fanzone, die vom Brandenburger Tor bis kurz vor die Siegessäule reicht, wahrscheinlich ausgebucht sein. Die Veranstalter nennen keine Maximalkapazität, die Rede ist von einer halben Million Menschen. Polizei und Sicherheitsdienst würden je nach Situation entscheiden, wann der Zugang gesperrt wird. Am Donnerstag ist eine große Einsatzbesprechung anberaumt. Polizei, Sanitäter vom DRK, Verkehrslenkung und Bezirk nehmen daran teil.

Dann soll auch entschieden werden, ob die Fanmeile bis zum Dienstag verlängert werden kann, um die deutsche Nationalmannschaft nach ihrer Rückkehr am Montag mit einer Party zu empfangen. Gespräche darüber mit dem DFB gebe es bislang nicht, sagte Anja Marx vom Veranstalter „Hyundai Fan Park Berlin“. Sportsenator Frank Henkel (CDU) würde die von Joachim Löw trainierte Truppe gerne begrüßen. Auch Mittes Stadtrat Carsten Spallek (CDU) spricht sich für eine Verlängerung der Fanmeile aus.

Gibt es ein großes Feuerwerk?

Beim Halbfinale waren 500 Ordner und 400 Polizisten an der Fanmeile im Einsatz. Größere Störungen habe es nicht gegeben, sagte eine Sprecherin. Später wurden allerdings zwei Polizisten beim nächtlichen Autokorso auf dem Ku’damm durch Flaschenwürfe verletzt. Dort waren laut Polizei 11 000 Fans unterwegs.

Unklar ist noch, ob nach dem Finale ein großes Feuerwerk an der Fanmeile gezündet wird. Tore der deutschen Mannschaft mit Raketen und Böllern zu feiern, gehört schließlich in fast allen Berliner Kiezen inzwischen zum festen Ritual. Bereits in der Vorrunde wurden in Berlin vor Kneipen Bengalische Feuer gezündet. In der Nacht zu Mittwoch knallte es silvesterhaft in Friedrichshain.

Laut Berliner Polizei gab es während der WM bisher keine Verletzten wegen Feuerwerkskörpern. Anzeigen wegen Knallern und Raketen hat es bislang keine gegeben, sagt eine Polizeisprecherin. Die sind außer in der Silvesterzeit in Deutschland sowieso nicht legal käuflich – im Gegensatz zu Polen. Dort kaufen die Deutschen auch im Sommer. Das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) hatte zuletzt am Tag des deutschen Achtelfinales Feuerwerkskörper sichergestellt.

Der Tagesspiegel, [10.07.2014]

 

 
Spekulationen über den Wegzug der Bread & Butter haben Berlin in Atem gehalten

Die Modemesse Bread & Butter wird sich teilweise aus Berlin zurückziehen. Parallel zur offiziellen Eröffnung des Events im einstigen Tempelhofer Flughafengebäude am Dienstag wurde bekannt, dass der traditionell im Januar stattfindende Messetermin nun in Barcelona geplant ist, und zwar so früh, dass es weltweit die erste Modemesse im Kalenderjahr ist. Im Juli 2015 allerdings soll die Bread & Butter wieder in Berlin stattfinden, und im September folgt dann noch eine Messe in Seoul.

Wie es danach weitergeht, ließ Messe-Chef Karl-Heinz Müller offen. Vielleicht wollten ja die Aussteller im Sommer lieber nach Barcelona und im Winter nach Berlin, spekulierte er.

Nur dass es auch im September 2016 nach Seoul gehen wird, stehe fest.

Buh-Rufe aus dem Publikum

Die Messe ist Teil der Fashion Week, in deren Rahmen derzeit zahlreiche Modeereignisse in Berlin stattfinden. Mit seiner Planung setzt Müller den gewohnten Saisonrhythmus außer Kraft. Das Publikum reagierte auf die Ankündigung teilweise mit Buhs und Rufen wie „Verräter!“.

Insider gehen davon aus, dass eine Verlagerung in ein anderes Land früher oder später dazu führen würde, dass die Messe Berlin ganz den Rücken kehrt. Der Wegzug wäre „ein Schlag für den Modestandort Berlin“, sagte Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop. Sie wirft dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor, sich erst „mit großer Geste“ für den umstrittenen Zehn- Jahres-Vertrag mit der Bread & Butter auf dem Tempelhofer Gelände eingesetzt zu haben – „und jetzt taucht er ab“. Wowereit hatte, wie berichtet, den lange geplante Eröffnungsrundgang über die Bread & Butter überraschend abgesagt.

"Nicht schön" für die Modemetropole Berlin

Die Berliner Regierungsfraktionen SPD und CDU können einem möglichen Wegzug auch Positives abgewinnen. Für die Modemetropole Berlin sei das zwar „nicht schön“, sagte der SPD-Wirtschaftsexperte Frank Jahnke. Andererseits sei es wünschenswert, dass das Flughafengebäude „auch anderweitig besser genutzt“ werde könne. CDU-Fraktionschef Florian Graf sagte dem Tagesspiegel: „Der teilweise Rückzug von Bread & Butter gibt den Planungen für das Flughafengebäude mehr Flexibilität und beeinträchtigt aus meiner Sicht die Mode-Kreativszene in Berlin nicht.“ Ramona Pop kündigte an, beim Senat Akteneinsicht zu beantragen, um die Konditionen des Mietvertrages mit Bread & Butter zu prüfen.

In der Berliner Modeszene wurden die Überlegungen der Bread & Butter, deren 2009 geschlossener Vertrag mit Berlin offiziell noch bis 2019 läuft, mit Überraschung zur Kenntnis genommen. „Falls die Bread & Butter wieder umzieht, wäre das natürlich schade für Berlin“, sagte der Modemacher Michael Michalsky. Nicht auszuschließen ist, dass Bread & Butter-Chef Müller mit seinen Rückzugsplänen nur bessere Konditionen erzwingen will. Er hatte sich zuletzt öfters über die aus seiner Sicht immer schwierigeren Rahmenbedingungen in Berlin beschwert. Schon 2006 zog Müller mit der Veranstaltung nach Spanien – 2009 war er wieder da.

Der Tagesspiegel, [08.07.2014]

 

 
Mit neuen Modebüros von Porsche Design, Otto und Zalando wächst die Branche in der Stadt

Mode in Berlin, das ist spannend für die Medien, wirtschaftlich ohne Relevanz – so lautet das Vorurteil. Also kann die Modewoche auch an der Peripherie stattfinden, meinen manche Politiker.

Szene, Streetstyles, Schauen

Mode wird nicht nur in Berlin gelebt, sie wird hier auch wirtschaftlich relevant. Über die Jahre haben die Designer, die Modewoche und eine ganze Reihe von Unternehmen, die hier seit langem Geld verdienen, mit Mode (Evelin Brandt, Blacky Dress, Harald Glööckler, Jackenlabel IQ), Accessoires (Mykita, IC! Berlin, Liebeskind) oder Schuhen (Trippen) ein beachtliches professionelles Netzwerk aufgebaut.

Mit Schnittmachern, Produktionsgesellschaften, Fotografen, Agenturen und Studios entstanden die entscheidenden Zuliefererstrukturen. Wählten früher deutsche Modeunternehmen eine Münchner oder Hamburger Agentur für ihre Öffentlichkeitsarbeit, wird heute immer öfter eine Berliner PR-Agentur beauftragt. Hinzu kommen die vielen Showrooms internationaler Luxus-Modemarken und vor allem Läden. Früher wurden neue Ladenkonzepte meist in Düsseldorf eröffnet, nun streben alle nach Berlin.

Vorbild: Mailänder V-Modell

Damit etablieren sich hier langsam Strukturen, wie sie in Paris, Mailand, London oder New York schon lange vorhanden sind: Design und Kommunikation sitzen in der Metropole, die Produktion ist im Land oder irgendwo auf der Welt. Auch Messechef Karl-Heinz Müller war sich schon vor Jahren sicher: „Wenn die Modeunternehmen begriffen haben, dass die Bread & Butter, die Premium und die Mercedes-Benz Fashion Week bleiben, wird es hier bald die ersten Firmenzentralen geben.“

Designer, Hersteller und Händler zugleich

Die Otto Group, Porsche Design oder Zalando haben hier Designbüros aufgebaut, bislang weitgehend unbeachtet von Modeszene und Medien. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, auch weil die Dynamik der Mode nur schwer mit Statistiken zu fassen ist. Denn die neuen Geschäftsmodelle sind zumeist vertikal organisiert, machen also von der Produktentwicklung über die Steuerung der Produktion bis zum Vertrieb alles selber. Doch der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) interpretiert die Zahlen des Senats so, dass Berlin mittlerweile die höchste Dichte an Modeunternehmen in Deutschland hat. Er plant daher mit dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG einen Arbeitskreis Mode.

Wir sind der erste große Anker

Porsche Design kam wegen des guten Images von Berlin, der Anziehungskraft für Mitarbeiter und dem professionellen Netzwerk. Die Otto-Group ist mit der neuen Eigenmarke Edited in Berlin vertreten, die wiederum zum Start-up Collins mit 140 Mitarbeitern gehört. Unter der Leitung von Clarissa Labin arbeiten hier Design-, Produktmanagement- und Produktionsspezialisten. „Wir glauben, dass es wichtig ist, Experten und Kreative in dem für sie besten Umfeld einzusetzen“, begründet Co-Geschäftsführer Tarek Müller die „strategische Entscheidung“.

Für Zalando entwickelt das Tochterunternehmen Z-Labels zwölf eigene Schuh-, Mode- und Accessoire-Kollektionen. Der Bedarf ist groß: Seit letztem Jahr verkauft der Onlinehändler mehr Mode als Schuhe. Am Ostkreuz sitzen in einem 20 000 Quadratmeter großen Neubau über 200 Mitarbeiter aus Design und Produktmanagement, Produktentwickler oder Einkäufer. Mehr als weitere 50 Stellen sind derzeit ausgeschrieben. Für das Team wurden seit Ende 2010 Mitarbeiter aus London, Spanien, Schweden, Italien und Frankreich gewonnen. Sie arbeiteten zuvor bei großen Anbietern wie Zara, Mango, H&M oder Topshop. Sie bringen nicht nur Erfahrungen mit, sondern auch professionelle Netzwerke wie Lieferanten und andere Arbeitsprozesse.

Mit ihnen steigen auch die Gehälter in Berlin: „Wir wollen kein Lohndumping, sondern die besten Leute für ein langfristig erfolgreiches Geschäft“, sagt Geschäftsführer Jan Wilmking zu Dumping-Tagessätzen von 150 Euro, die Z-Labels frei arbeitenden Modedesignern zahlen soll, wie in der Szene erzählt wird.

Know-how aus aller Welt

Mit den neuen Designbüros erlebt die Mode in Berlin ein strukturelles Wachstum. Eine neue Qualität entsteht jenseits der Frage, welches Unternehmen hier eine Modenschau zeigt oder nicht. Denn mit den neuen Modebüros kommt wieder Know-how aus aller Welt in die Stadt – so, wie einst Juden und Hugenotten kamen und hier die Modekonfektion erfanden. Von diesem Know-how profitieren auch kleinere Labels. Die Mode in Berlin nimmt weiter Fahrt auf.

Joachim Schirrmacher ist Creativ Consultant in den Bereichen Mode und Design. Er verantwortet den Nachwuchspreis European Fashion Award FASH der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie.

Der Tagesspiegel, [08.07.2014]

 

 
Die Berliner Buddy-Bären gastieren an der Copacabana und sind dort eine der Attraktionen während der Fußball-Weltmeisterschaft

Ganz am Ende, dort, wo die Copacabana rein technisch gesehen zwar noch die Copacabana ist, aber Lemé heißt, vor einer Bretterwand, hinter der das "Arena Hotel Lemé" entstehen soll, stehen die Berliner Buddy-Bären. 145 Stück, jeder zwei Meter groß, aufgereiht nebeneinander an der weltberühmten Strandpromenade. Ihr Anblick ist auch an diesem nördlichen, etwas abgelegenen Zipfel Rio de Janeiros atemberaubend schön. Die Palmen bewegen sich im Wind, im Dunst verschwimmen Wasser und Sand, muskulöse Männer trainieren an Eisenstangen. Nur befinden sich neben der Promenade und den Bären eben auch die Bretterwand, eine Wendestelle für Omnibusse und eine Station der Müllabfuhr.

Es ist Sonntag, der Brasilianer Christoph Walter Müller-Hagemann ist mit seiner Frau Rosamariana extra an diese etwas schäbige Stelle gekommen, um die Bären anzuschauen. Müller-Hagemann ist groß, trägt einen beigefarbenen Sonnenhut und ein breites Lachen im Gesicht, seine Frau Rosamariana ist klein, langhaarig und kaut auf einem Tapioka-Pfannkuchen mit Banane und Zimt. Sie hat von den grell bemalten Bären, die weltweit für Frieden und Völkerverständigung werben, in der Zeitung gelesen. Sie findet sie sehr putzig, wie sie ihren Mann mitteilen lässt. Er spricht deutsch, sein Vater war Deutscher. Auch ihm gefallen die Figuren. Er zückt sein Handy und zeigt die Fotos der Bären, die er besonders mag: Irland, Kuba, Trinidad und Tobago, Curaçao und Deutschland. „Vor allem Deutschland“. Der deutsche Bär ist weiß, hat rote und gelbe Flecke und das Brandenburger Tor in Schwarz drauf.

Lob von Steinmeier

Die Berliner Buddy-Bären gastieren an der Copacabana. Darüber könnte man sich wundern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hingegen findet: „Für diese Ausstellung ist kaum ein besserer Ort denkbar als die legendäre Copacabana der aufstrebenden Metropole Rio de Janeiro.“ Es ist „Deutschlandjahr in Brasilien“, und die Aufstellung der Bären, die verschiedene Länder der Welt repräsentieren, sei ein farbenfroher Höhepunkt dieses Jahres.

Zum ersten Mal wurden die Bären vor zwölf Jahren am Brandenburger Tor ausgestellt und galten sofort als Attraktion. Auch in Rio sollten sie eigentlich an einem schöneren Ort stehen als Lemé, eher in der Mitte der Copacabana, in der Nähe des Fifa-Fan-Zelts, so war es abgesprochen zwischen dem deutschen Generalkonsul Harald Klein, Eduardo Paes, dem Bürgermeister von Rio de Janeiro, und Klaus und Eva Herlitz. Das Unternehmerehepaar fungiert, wenn man so will, als Kurator der weltweiten Ausstellung der Berliner Bären. Sie waren schon in Kitzbühel, Montevideo und, was ein wenig überrascht, Pjöngjang zu sehen. In Rio sind sie seit dem 4. Mai. Jürgen Trittin von den Grünen hat die Ausstellung eröffnet. Auch das überrascht ein wenig.

Nach einem Dreivierteljahr Planung erhielt das Deutsche Konsulat Anfang diesen Februars plötzlich die Mitteilung, dass die Bären doch nicht an der Copacabana aufgestellt werden könnten. Zur Begründung hieß es, man habe in der Stadtverwaltung leider übersehen, dass ab dem 12. Juni ja auch das Fan-Fest an der Copacabana stattfände und man der Fifa alle Nutzungsrechte an der Strandpromenade während der Weltmeisterschaft übertragen habe. So ist das in Brasilien, klagen Logistiker aus dem Ausland schon immer, in der komplizierten Bürokratie und durch korrupte Beamte verlieren die Behörden oft den Überblick. „Wenn eine Brücke geplant wird“, bemängelt ein deutscher Ingenieur, der für das Staatsunternehmen Petrobras arbeitet, „wird sie berechnet, als müsse sie eine halbe Stunde halten und nicht die nächsten zwanzig Jahre.“

Nach mehreren – aus deutscher Sicht – indiskutablen Vorschlägen einigte man sich Ende April auf Lemé als Standort für die Bären. Dort sind zwar mehr Busse und weniger Passanten, aber immerhin handelt es sich um die Copacabana. Allerdings sollten nur 60 Bären stehen dürfen, nicht 145. Der Platz reiche nicht, es fehlten die entsprechenden Genehmigungen, die Feuerwehr habe auch nichts abgenommen. Bei Ehepaar Herlitz lagen die Nerven blank, sie waren kurz vor der Abreise. In einem Zeitungsinterview berichtete Herlitz gereizt, dass die Ausstellung in Kairo abgenommen war, als man die deutsche TÜV-Plakette entdeckte.

Aber in Brasilien zählt die TÜV-Plakette genauso wenig wie die Zusage, man werde die Bucht von Rio bis zur Olympiade 2016 für die Wassersportler gereinigt haben. Kürzlich teilte die Stadt mit, dass sie diesen Zeitplan leider nicht einhalten könne.

Die Bären durften schließlich doch noch aufgestellt werden, ohne die erforderlichen Papiere. Man könne sie erstmal hinstellen, dann werde man weitersehen, erklärte die Stadtverwaltung. Nachts werden sie bewacht, bislang gab es keine Beschädigungen. Und die Buddy-Bären erweisen sich als Anziehungspunkt. Mehr als 150.000 Besuchen sollen sie bisher angeschaut haben. Im knapp 500 Meter entfernten Fan-Zelt wurden allerdings allein am ersten Tag 20.000 Besucher gezählt.

Marcel Xavier, der Chef der – technisch gesehen – letzten Strandbar an der Copacabana, ist zufrieden mit der Ausstellung. Seine Bar wurde in Zusammenarbeit mit dem deutschen Konsulat zum deutschen Fan-Treff erklärt. Während der WM heißt sie nun „Tor!“, ist mit deutschen Flaggen geschmückt, und der Generalkonsul hat für jedes Tor der Deutschen Freibier versprochen. Alles läuft gut.

„Sehen Sie“, sagt auch Christoph Walter Müller-Hagemann zufrieden, „in Brasilien klappt letztlich doch alles.“ Er ist 55 Jahre alt, angestellter Ingenieur bei der Stadtverwaltung. Er hat schon Schulen, Krankenhäuser und Gefängnisse mitgeplant. Er muss es wissen.

Berliner Zeitung, [30.06.2014]